Eine Podiumsdiskussion mit mehreren Personen beim Wohnungsbau-Tag, die an Rednerpulten stehen.
Beim Wohnungsbau-Tag forderte das Verbändebündnis, dem auch der BDB angehört, unter anderem eine Neubauoffensive. (Quelle: BaustoffMarkt / MV)

Bauwirtschaft 2025-04-10T10:49:54.176Z Wohnungsbau-Tag 2025: Verbände fordern „Aufschwung Wohnen“

Die neue Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD soll den Wohnungsbau zur Priorität ihrer Anfangszeit machen – das forderten sieben führende Branchenverbände beim heutigen Wohnungsbau-Tag in Berlin. Eines der zentralen Anliegen der Verbände ist dabei eine Neubau-Offensive mit Fokus auf einfacherem, kostengünstigerem Bauen, flankiert von stabiler staatlicher Förderung.

Laut dem Verbändebündnis Wohnungsbau ist der Wohnungsbau essenziell für wirtschaftliche Stabilität. „Die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hängt ganz wesentlich davon ab, wie gut und wie rasch es Schwarz-Rot gelingt, den krisengeschüttelten Wohnungsbau wieder in Gang zu setzen“, betonte Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverband Deutscher Baustoffhandel e.V. (BDB). Dementsprechend solle ein „Aufschwung Wohnen“ mit dem Neubau als Konjunkturmotor eingeleitet werden, fordert das Verbändebündnis aus BDB, Deutschem Mieterbund (DMB), IG BAU, Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) und Deutscher Gesellschaft für Mauerwerksbau (DGfM).

Studie zeigt Einsparpotenzial beim Bauen

Eine auf dem Branchengipfel präsentierte Studie des Kieler Bauforschungsinstituts ARGE und des Berliner Instituts RegioKontext benennt mögliche Maßnahmen zur Kostenreduktion. Durch vereinfachte Standards wie beim Gebäude-Typ E ließen sich bis zu 30 Prozent der Baukosten einsparen. Möglich sei dies unter anderem durch konstruktive Vereinfachungen, reduzierten technischen Aufwand sowie eine zielgerichtete Ausstattung. Auch im Sozialwohnungsbau sehen die Experten Potenzial: Die Mehrwertsteuer solle entfallen, um Fördermittel effizienter einzusetzen. „Bauen geht in guter Qualität auch deutlich günstiger als es heute passiert: 25 Prozent lassen sich beim Neubau von Wohnungen sparen“, erläuterte der Leiter des ARGE, Prof. Dietmar Walberg.

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Kritische Lage auf dem Wohnungsmarkt

Die Studienautoren zeichneten bei ihren Vorträgen ein alarmierendes Bild. So würden derzeit über 550.000 Wohnungen fehlen, und 9,6 Millionen Menschen leben nach Angaben der Wissenschaftler in überbelegten Haushalten – das seien rund 1,1 Millionen Personen mehr als noch vor fünf Jahren. Besonders in Mittel- und Großstädten habe sich die Wohnungsnot verschärft. „Es gibt ‚Zwangs-WGs‘ nach Scheidungen. Fremde wohnen unter einem Dach, die eigentlich nicht zusammenleben wollen. Junge Erwachsene ziehen wieder zu den Eltern zurück. Gerade in Großstädten hoppen viele von einer Untermiete zur anderen. Es gibt Menschen, die von einem Wohnen auf Zeit zum nächsten teuren möblierten Zimmer weiterziehen müssen“, schilderte Arnt von Bodelschwingh, Gründer von RegioKontext.

Einen ausführlichen Bericht zum Wohnungsbautag lesen Sie in der Ausgabe 5/2025 des BaustoffMarkt.

Ein Konferenzraum mit einer langen Tafel, an der zahlreiche Teilnehmer sitzen. Im Hintergrund ist eine Präsentation zu sehen.
Am Morgen des Wohnungsbau-Tags hatten die Verbände zum parlamentarischen Frühstück eingeladen. „Obwohl keine Sitzungswoche ist, sind zahlreiche Abgeordnete unserer Einladung gefolgt und haben den unseren Ausführungen aufmerksam zugehört", berichtete Katharina Metzger, Präsidentin des BDB, im Gespräch mit der BaustoffMarkt-Redaktion. (Quelle: BDB)
zuletzt editiert am 10. April 2025
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