Grafik zur Prognose des Bauvolumens bis 2027 mit Fokus auf öffentlichem Tiefbau und Wohnungsneubau.
DIW Bauvolumenrechnung, Prognose für die Jahre 2025-2027. (Quelle: DIW Berlin)

Bauwirtschaft 2026-01-28T09:37:31.444Z Wirtschaftsforscher sehen Trendwende am Bau

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) erwartet, dass das Bauvolumen 2026 erstmals nach fünf Jahren wieder zulegt. Laut der neuen Bauvolumenrechnung der Wirtschaftsforscher dürfte das Bauvolumen im laufenden Jahr um 1,7 Prozent und 2027 um 3,4 Prozent zunehmen.

„Die Talsohle der Baukonjunktur scheint durchschritten“, sagt Studienautorin Laura Pagenhardt aus der Abteilung Makroökonomie. Vor allem die Stabilisierung der Baupreise und Finanzierungsbedingungen, aber auch die öffentlichen Investitionen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität würden die Erholung vorantreiben.

Wohnungsneubau belebt sich

Noch 2025 ging der Wohnungsneubau um 6,4 Prozent zurück. Doch schon in diesem Jahr erwartet das DIW Berlin ein Plus von 2,4 Prozent, im kommenden Jahr sogar von 6,1 Prozent. Eine Erholung würden bereits die Genehmigungszahlen für den Wohnungsbau signalisieren, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 anzogen.

Die schwache Konjunktur der vergangenen Jahre lässt den Nichtwohnungshochbau hinterherhinken, so die Forscher. Preisbereinigt dürfte er auch in diesem Jahr noch um ein Prozent schrumpfen, bevor es im kommenden Jahr wohl um 2,2 Prozent aufwärts geht.

Kapazitätsengpässe könnten Preise treiben

Im Tiefbau erwarten die DIW-Forschenden 2026 ein Wachstum von 7,3 Prozent. Auch im kommenden Jahr dürfte er dank des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität noch deutlich zulegen, heißt es.

Doch die Forscher warnen: „So erfreulich die Entwicklung der Bauwirtschaft ist, gibt es noch keinen Grund zur Entwarnung. Die Produktivität im Bauwesen ist zuletzt deutlich gesunken. Sollten durch die vielen Investitionen die sehr spezialisierten Baufirmen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, könnte dies den Preisauftrieb erneut befeuern – und die Dynamik bremsen“, so Studienautor Martin Gornig, Forschungsdirektor für Industriepolitik. Damit die öffentlichen Investitionen nicht mit steigenden Preisen verpuffen, müsse die Produktivität der Bauwirtschaft dringend verbessert werden, zum Beispiel über entsprechende Initiativen von Politik und Unternehmen. „Helfen würde eine Taskforce zur Koordination der öffentlichen Investitionen, in der die unterschiedlichen staatlichen Ebenen eingebunden sind.“

zuletzt editiert am 28. Januar 2026