Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch
Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch. (Quelle: Wienerberger/Daniel Hinterramskogler)

Industrie

12. August 2022 | Teilen auf:

Wienerberger wächst auch im zweiten Halbjahr

Wienerberger hat die finalen Zahlen für das zweite Halbjahr 2022 bekannt gegeben, nachdem Anfang Juli bereits eine erste Prognose veröffentlicht worden war. Demnach konnte der Konzern in der ersten Jahreshälfte eine „signifikante Steigerung“ des Konzernumsatzes um 28 Prozent auf 2,57 Milliarden Euro erzielen, während ein operatives Ebitda von 545 Millionen Euro erwirtschaftet werden konnte (+79 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021).

Die Business Unit Wienerberger Building Solutions verzeichnete laut Meldung ein sehr gutes Umsatz- und Ergebniswachstum. So legte der Außenumsatz in den ersten sechs Monaten um 22 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro zu (Vorjahr: 1,12 Milliarden Euro). Das operative Ebitda konnte im gleichen Zeitraum um 56 Prozent auf 341,4 Millionen Euro gesteigert werden (Vorjahr: 218,8 Millionen Euro).

Die Business Unit Wienerberger Piping Solutions verzeichnete im ersten Halbjahr 2022 ebenfalls eine sehr gute Performance und habe den erfolgreichen Wachstumstrend weiter fortsetzen können. Auch im Infrastrukturbereich verzeichnete die Business Unit Piping Solutions in den ersten sechs Monaten des Jahres erneut eine starke Nachfrage nach Komplettsystemlösungen für das Wasser- und Energiemanagement. Das Geschäft mit Inhouse-Lösungen verbuchte eine stabile Nachfrage auf gutem Niveau. Der Außenumsatz der Wienerberger Piping Solutions konnte um 30 Prozent auf 742,2 Millionen Euro (Vorjahr: 569,7 Millionen Euro) gesteigert werden und das operative Ebitda verbesserte sich um 56 Prozent auf 92,7 Millionen Euro (Vorjahr: 59,4 Millionen Euro).

„Unsere ausgezeichnete Entwicklung liegt in der harten Arbeit all unserer Mitarbeiter*innen und der erfolgreichen Transformation unseres Geschäftsmodells und unserer Innovationskraft in allen Bereichen begründet. Heute sind wir geografisch und nach Endmärkten wesentlich breiter diversifiziert, verfügen über ein starkes Renovierungs- und Wasserinfrastrukturgeschäft und sind damit deutlich resilienter aufgestellt. Diesen Weg werden wir entschlossen weitergehen und bleiben unserer bewährten Wachstumsstrategie mit Fokus auf Innovation, Systemlösungen und Nachhaltigkeit treu“, wird Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch in der Mitteilung zitiert.

Die sehr gute Entwicklung im ersten Halbjahr 2022 sei von hoher Nachfrage, den laufenden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung, einem „exzellenten Beschaffungsmanagement“ sowie rasch voranschreitenden Integrationsprozessen der im Vorjahr akquirierten Unternehmen mit bereits starken Ergebnisbeiträgen getragen gewesen.

Ausblick 2022

Wienerberger erwartet für 2022 eine stabile Entwicklung im Renovierungsbereich. Hier stünden erhebliche Mittel zur Verfügung, um die Energieeffizienz des alternden Gebäudebestands zu erhöhen und damit die CO2-Emissionen zu reduzieren (EU Green Deal sowie nationale Initiativen). Auch im Infrastrukturbereich rechnet das Unternehmen mit einer ähnlich stabilen Entwicklung, da auch für die Modernisierung und Instandsetzung von Wasser- und Energienetzen in Europa und Nordamerika zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen. Renovierung und Infrastruktur machten 51 Prozent des gesamten Marktengagements von Wienerberger im Jahr 2021 aus. Der Wohnungsneubaumarkt ist derzeit nicht überbaut, während die Nachfrage nach Wohnraum hoch bleibt. Angesichts des herausfordernden Marktumfelds erwartet der Konzern für die zweite Jahreshälfte einen leichten Rückgang der Neubaumärkte in Europa und Nordamerika, je nach Markt bis zu -5 Prozent, ähnlich der Entwicklung in der ersten Jahreshälfte.

„Wir sind uns der rezessiven Tendenzen, die aktuell am Finanzmarkt antizipiert werden, bewusst. Unser Geschäft entwickelt sich jedoch gut. Wir rechnen damit, dass sich die geopolitische Lage im zweiten Halbjahr nicht entspannen wird und die wirtschaftlichen Auswirkungen weiterhin zu spüren sein werden. Bei Wienerberger sind wir auf alle Szenarien vorbereitet, können rasch auf ein verändertes Marktumfeld reagieren und investieren daher konsequent in die Entwicklung unserer innovativen Lösungen für nachhaltiges Bauen, Sanieren und einer nachhaltigen Wasserinfrastruktur. Somit werden wir durch unseren Fokus auf Innovation und Systemlösungen auch weiterhin starkes organisches Wachstum sicherstellen“, so Scheuch.

Der Konzern habe sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren erfolgreich diversifiziert und sei heute wesentlich resilienter aufgestellt. Aufgrund der in den letzten Monaten gesetzten Maßnahmen und des anhaltend guten Geschäftsverlaufs setzt Wienerberger die operative Ebitda-Prognose 2022 auf mehr als 900 Millionen Euro.

zuletzt editiert am 01.09.2022