Die Baywa hat zwei Jahre mehr Zeit für die Sanierung erhalten. Wie das Unternehmen mitteilt, habe sich der Vorstand mit den wesentlichen Finanzierungspartnern sowie den Großaktionären Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest auf eine Anpassung der bestehenden Sanierungsvereinbarung verständigt. Die Einigung benötige noch die Zustimmung der zuständigen Gremien und soll laut Mitteilung bis Herbst 2026 in eine rechtsverbindliche Vereinbarung überführt werden. Das bisherige Konzept war gescheitert, weil die Geschäfte der Wind- und Solarpark-Tochter Baywa r.e. schlechter laufen als geplant. Ihr Verkauf sollte zur Entschuldung beitragen. Aufgrund der Krise bei der Tochtergesellschaft kann diese nach Aussage des Unternehmens jedoch nicht für die geplanten 1,7 Milliarden Euro verkauft werden.
Konkret sieht das neue Konzept vor, dass der Sanierungszeitraum bis Ende 2030 verlängert wird. Zudem werden die Banken 700 Millionen Euro Baywa-Kredite in ein «Nachranginstrument» umwandeln, heißt es in der Mitteilung weiter. Das bedeutet, dass die Forderungen anderer Gläubiger Vorrang vor dem Anspruch der Banken auf diese Summe hätten, sollte der Sanierungsfahrplan missglücken. Außerdem übertragen die beiden Großaktionäre laut Mitteilung ihre Baywa-Anteile von zusammen gut 67 Prozent an einen Treuhänder. Wenn die beiden Gesellschaften im Jahr 2029 mindestens 220 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung zur Verfügung stellen, bekommen sie die Aktien zurück. Ansonsten darf der Treuhänder das Aktienpaket verkaufen. Weitere 900 Millionen bekommen die Gläubiger nur zurück, wenn der Verkauf der BayWa r.e. diese Summe einbringt, so das Unternehmen in der Mitteilung.
Strategisch fokussiert sich die Baywa laut Mitteilung künftig stärker auf die Kernbereiche Agrar, Technik und Baustoffe. Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, soll der Geschäftsbereich Wärme und Mobilität bis Ende 2029 veräußert werden, die daraus erzielten Erlöse seien überwiegend zur Schuldentilgung vorgesehen. Zur Verbesserung der Refinanzierungsfähigkeit am Ende des Sanierungszeitraums sollen darüber hinaus die Bereiche Agrar und Technik in eine Tochtergesellschaft überführt werden, sie bleiben ebenso wie der Bereich Baustoffe operativ eigenständig.
Details zur aktuellen Situation der Baywa können Sie in einem ausführlichen Artikel in der Septemberausgabe des BaustoffMarkt lesen.
