Beim Gruppen-Nettoumsatz vermeldete Roto beim Fachpressetag in Graz für die ersten neun Monate 2023 ein Wachstum von rund zwei Prozent. „Die drei Divisionen der Roto-Gruppe haben das Geschäftsjahr 2023 genutzt, um durch strategische Akquisitionen, Produktentwicklungen und den Ausbau von Serviceangeboten ihre Attraktivität weiter zu steigern“, so Dr. Eckhard Keill, Alleinvorstand der Roto Frank Holding. Die bereits vorhersehbaren Einbußen bei der Nachfrage nach Bauelementen durch einen rückläufigen Neubau hätten viele Kunden der Roto Frank Fenster- und Türtechnologie (FTT) und der Roto Frank Dachsystem-Technologie (DST) im laufenden Jahr erwartungsgemäß durch ein gesteigertes Engagement in der Gebäudesanierung erfolgreich kompensieren können, teilt der Holding-Vorstand mit. Allerdings hätte die Begeisterung für den Fenstertausch in Bestandsgebäuden nach seiner Einschätzung noch deutlich stärker ausfallen können, wenn die Politik nicht in dem für das Untenehmen wichtigen deutschen Markt einen Rückgang der Sanierungsquote „zur Unzeit“ verursacht hätte.
Warnend äußerte sich Dr. Keill in Richtung des Gesetzgebers: Förderprogramme mit einer „geringen Haltbarkeit“ von ein oder zwei Jahren und Schwerpunktförderungen für bestimmte Produkte wie aktuell die Wärmepumpe in Deutschland seien am Schluss kontraproduktiv. Er wünschte sich deshalb für die nächsten Jahre vor allem eine neue Arbeitsteilung: „Wenn die Politik sich darauf konzentriert klarzumachen, was das ökologische Ziel ist und wie sie soziale Härten vermeiden will, hat sie ihren Teil der Arbeit getan. Für alles andere gibt es Fachleute, die verantwortungsbewusst neue Wohnungen schaffen oder den Gebäudebestand fit machen für die Zukunft.“
Für das Geschäftsjahr 2024 rechne Dr. Keill erneut mit einem einstelligen Wachstum beim Nettoumsatz der Roto-Gruppe. „Unter der Voraussetzung, dass sich die internationale Politik darauf beschränkt, den Rahmen für eine klimagerechte Entwicklung von Gebäuden zu setzen. Ideologisch motivierte Versuche, die Nachfrage über Förderprogramme auf bestimmte Produkte oder Maßnahmen der Sanierung zu lenken, erschaffen Bürokratiemonster und wirken mittelfristig kontraproduktiv.“
