Dampfhärtung
Die Dampfhärtung ist der zentrale Hebel zur klimaneutralen Produktion. Rund 90 Prozent des Energiebedarfs entfällt auf die Dampferzeugung. Die Umstellung auf regenerativen Strom oder grünen Wasserstoff ist technisch möglich, aber laut der Studie mit hohen Investitionskosten verbunden (Quelle: Bundesverband Kalksandsteinindustrie)

Industrie

24. February 2022 | Teilen auf:

Kalksandsteinindustrie legt Roadmap zur Klimaneutralität vor

Der Bundesverband Kalksandsteinindustrie hat eine Roadmap (https://www.kalksandstein.de/roadmap2045) vorgelegt, die den Weg der Branche in die Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 aufzeigt. Die gemeinsam mit Future-Camp Climate und einem technischen Expertenrat der Kalksandsteinindustrie erarbeitete Studie zeigt eigenen Angaben zufolge auf 117 Seiten, welche Schritte und Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität erforderlich sind, die damit verbundenen Kosten und wie die politischen Rahmenbedingungen zukünftig ausgestaltet sein müssen. Bei der Erarbeitung der Roadmap wurden neben dem Klimaneutralitätspfad zwei weitere Pfade als Vergleichsmaßstab modelliert: ein Referenzpfad, in dem der bestehende Status quo fortgeschrieben wird, sowie ein Pionierpfad, der nur jene Maßnahmen umfasst, welche nach Auffassung der Studienautoren betriebswirtschaftlich sinnvoll und vertretbar sind.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die 76 deutschen Kalksandsteinwerke unter optimalen Rahmenbedingungen bereits 2042 klimaneutral– und danach sogar klimapositiv werden können. In den Produkten wäre dann mehr CO2 eingelagert als im gesamten Produktionsprozess freigesetzt würde. Damit dies gelingt, müssten allerdings die vor- und nachgelagerten Partner der Wertschöpfungskette sowie die Politik ihren Beitrag leisten, heißt es.

Laut Berechnungen von Future-Camp Climate müssen zur Erreichung der Klimaneutralität der Kalksandsteinindustrie bis zum Jahr 2045 insgesamt rund 536 Millionen Euro investiert werden. Dies entspreche Investitionskosten von rund 7 Millionen Euro pro Werk. „Das ist eine Summe, die die mittelständisch geprägte Kalksandsteinindustrie ohne staatliche Fördergelder und Investitionshilfen nicht alleine stemmen kann. Zumal die Kostenbelastung durch die CO2-Bepreisung und steigende Energiepreise die finanziellen Handlungsspielräume unserer Unternehmen bereits deutlich einschränkt hat“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie, Frederic Dörlitz.

zuletzt editiert am 24.02.2022