Baustelle
Rund 16,5 Milliarden Euro Fehlerkosten im Jahr 2021 haben die Marktforscher von Bau-Info-Consult ausgemacht. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft

29. July 2022 | Teilen auf:

Fehlerkosten am Bau bleiben hoch

Da es keine offizielle Statistik über die gesamten Fehlerkosten am deutschen Bau gibt, führen die Marktforscher von Bau-Info-Consult seit über einem Jahrzehnt alljährlich eine umfragegestützte Fehlerkostenanalyse durch, um eine grobe Einschätzung der Fehlerkostenhöhe in Deutschland zu generieren. Demnach lag die Schadensumme im Jahr 2021 bundesweit bei rund 16,5 Milliarden Euro, wobei sich die Tendenz leicht sinkender Fehlerkostenanteile fortgesetzt hat.

So schätzen die von Bau-Info-Consult befragten Bauakteure, dass der Fehlerkostenanteil am gesamten 2021er Branchenumsatz im Durchschnitt bei 11,4 Prozent lag (Mittelwert aller 601 abgegebenen Schätzungen der befragten Architekten, Bauunternehmer, Dachdecker, Zimmerer, Maler, Trockenbauer und SHK-Installateure). Im Vorjahr 2020 lag der am Branchenumsatz gemessene durchschnittliche Fehlerkostenanteil noch bei 12,8 Prozent.

Wenn man den Fehlerkostenanteil mit dem tatsächlichen Branchenumsatz in Beziehung setzt, komplettiert sich das Bild. Ausgehend vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie berechneten baugewerblichen 2021er Umsatz in Höhe von 144,8 Milliarden Euro ergibt sich laut den Marktforschern eine Fehlerkostengesamtsumme von 16,51 Milliarden Euro. 2020 lag die umsatzanteilige Fehlerkostensumme noch bei 18,3 Milliarden Euro.

Nach Ansicht der Bauakteure drängen sich mehrere Handlungsfelder in den Vordergrund, die zur Fehlerkostenvermeidung herangezogen werden können. Ganz vorne steht dabei die Forderung nach einer besseren Planung bei Bauprojekten, gefolgt von dem Wunsch nach besserer Kommunikation der am Bau beteiligten Parteien beziehungsweise Gewerke. Daneben verweisen die Bauakteure in der Studie bei potenziellen Fehlerkostenvermeidungsstrategien auf ein besseres Zeitmanagement.

zuletzt editiert am 29.07.2022