Eine Gruppe von sechs Personen steht an einem Rednerpult während einer Pressekonferenz.
Pressekonferenz in Berlin zur Lage auf dem Wohnungsmarkt. (Quelle: Screenshot/Redaktion)

Bauwirtschaft 2025-02-05T11:54:42.120Z Experten fordern Bau-Konjunkturprogramm

Deutschland steckt im „Wohn-Notstand“, finden die Forscher vom Pestel-Institut und dem Bauforschungsinstitut ARGE (Kiel). Bundesweit würden rund 550.000 Wohnungen fehlen, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen, so Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, und ARGE-Chef Prof. Dietmar Walberg heute auf einer Pressekonferenz zur Lage auf dem Wohnungsmarkt. Konkret müssten bis 2030 pro Jahr mindestens 210.000 Sozialwohnungen neu geschaffen werden, hieß es in Berlin. Nur so könne es gelingen, in fünf Jahren die Zielmarke von 2 Millionen Sozialwohnungen zu erreichen. „Doch selbst dann wäre nur die gröbste Not gelindert“, sagt Matthias Günther.

Studie vorgestellt

„Das Bauen und Wohnen in Deutschland sozial neu justieren“ – so der Titel der Untersuchung, die die beiden Institute im Auftrag des Bündnisses „Soziales Wohnen“ gemacht haben, in dem auch der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) vertreten ist.

Die Zahl der Sozialwohnungen sackt laut der Studie seit Mitte der 90er-Jahre kontinuierlich ab und hält sich nur noch knapp oberhalb der 1-Millionen-Grenze. Darin stecke sozialer Sprengstoff, waren sich die Experten einig.

Baukosten senken

Der Chef des Kieler Bauforschungsinstituts habe mit seinem Team eine Fülle von Bauprojekten begleitet und analysiert, wie er auf der Pressekonferenz betonte. Seine Erkenntnis: „Die reinen Baukosten bei Sozialwohnungen lassen sich um bis zu einem Drittel senken. Unterm Strich würde die bisherige vom Staat gezahlte Fördersumme von gut 3.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche sogar ausreichen, um damit den Bau von Sozialwohnungen komplett zu finanzieren. Alles, was Sozialwohnungen darüber hinaus kosten, geht in ‚Nice-to-have-Extras‘“, so Prof. Dietmar Walberg.

Die in der Studie formulierte Botschaft an die Politik: Der Staat müsse ein Bau-Konjunkturprogramm starten. „Es wäre ein erfolgreiches Binnenkonjunkturprogramm, das sich für den Staat auch noch rechnen würde“, so Günther. Die Chance auf einen „gesamtwirtschaftlichen Wachstumsschub per Wohnungsbau“ dürfe die neue Bundesregierung nicht verpassen.

In der März-Ausgabe des BaustoffMarkt berichten wir ausführlich über die Studienergebnisse und die Forderungen des Bündnisses „Soziales Wohnen“.

zuletzt editiert am 05. Februar 2025