Bei der Erstellung von Ökobilanzen auf Gebäudeebene spielen Umweltproduktdeklarationen (EPD) eine zentrale Rolle. Um besser zu verstehen, welche Chancen und Herausforderungen sich dabei für Bauproduktehersteller ergeben, hat die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) gemeinsam mit dem BPIE (Buildings Performance Institute Europe) eine Hintergrundinformation veröffentlicht. Das Dokument zeige auf, wie sich die Relevanz von EPDs im Bausektor entwickelt hat, und analysiere, welche Treiber und Hemmnisse es für eine weitere Verbreitung gibt, teilt die Gesellschaft mit. Die Hintergrundinformation ist auf der DGNB-Website als Download verfügbar.
Die Bestandsaufnahme basiere auf einer umfassenden Auswertung der Ökobaudat-Datenbank, der Analyse von relevanten Regelwerken und Regularien, einer Befragung von Bauprodukteherstellern sowie Interviews mit führenden EPD-Programmhaltern und Ökobilanz-Dienstleistern. Daraus abgeleitet haben die DGNB und BPIE laut Mitteilung eine Reihe konkreter Handlungsempfehlungen – sowohl für die Politik als auch für die relevanten Marktakteure.
Von der Freiwilligkeit zur Pflichtaufgabe
Die Ergebnisse machen deutlich, dass sowohl die Nachfrage nach Produkt-Ökobilanzen für Bauprodukte als auch deren Anzahl stark gestiegen sind, heißt es in der Mitteilung weiter. Gleiches gelte für die vorhandene Expertise zur Thematik, sodass mehr Anbietende für die Erstellung von Ökobilanzen zur Verfügung stünden. Auch die Bauproduktehersteller selbst würden immer mehr Kompetenz bei sich im Unternehmen aufbauen. Zudem lägen Ökobilanzdaten mittlerweile für eine breite Palette an relevanten Produktkategorien vor und würden stetig erweitert.
Deutlich werde laut Mitteilung auch, dass die Erstellung von Produktökobilanzen und EPDs heute überwiegend durch Kundennachfrage aufgrund von Gebäudezertifizierungen sowie unternehmenseigenen Klimazielen und Unternehmensstrategien motiviert sei. Durch kommende Regulatorik wie die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) und die Bauprodukteverordnung werde das Thema dabei zunehmend von einem freiwilligen zu einem verpflichtenden Thema für die Unternehmen.
