Eine weite Ansicht einer aktiven Großbaustelle, auf der mehrere hohe gelbe Baukräne in den Himmel ragen. Im Vordergrund stehen mehrere Bauarbeiter in Warnkleidung neben einem gelben Lastwagen, während im Hintergrund Stahlgerüste und laufende Bauarbeiten zu sehen sind.
Akteure der Bau- und Immobilienbranche fordern mehr politische Maßnahmen zur Ankurbelung des Wohnungsbaus. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft 2026-11-02T13:35:20.985Z Branchen-Bündnis fordert Sofortmaßnahmen für den Wohnungsbau

30 wohnungsbaunahe Organisationen und Verbände haben Bundesregierung, Bundestag und Parteien zu Sofortmaßnahmen für bessere Wohnungsbau-Rahmenbedingungen aufgerufen. Die in der Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ zusammengeschlossenen Akteure der Branche, zu denen auch der Bundesverband Deutscher-Baustoff Fachhandel (BDB) gehört, warnen anlässlich der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2027: „Der Bund will seine Wohnungsbau-Förderungen reduzieren – trotz Wohnungsnot, trotz Wohnungsbau-Krise, trotz abstürzender Neubau-Zahlen.“

Das Bündnis hat ein Positionspapier mit einem 6-Punkte-Plan vorgelegt und fordert dazu auf, die „Rotstiftplanung der Regierung auf den letzten parlamentarischen Metern im Bundestag zu verhindern“. Insgesamt blicken die Akteure mit „großer Sorge auf das Neubau-Jahr 2027“. Das Bündnis warnt: „Dieser Bundeshaushalt passt nicht zu dem, was draußen im Land beim Wohnungsbau und auf den Wohnungsmärkten gerade passiert.“

In ihrem 6-Punkte-Plan fordert „Impulse für den Wohnungsbau“:

  • Neubau von bezahlbaren Mietwohnungen: „Es darf keine Kürzungen im Haushalt 2027 für den Neubau von bezahlbaren Mietwohnungen geben. Außerdem sind die Standards, die eingehalten werden müssen, um eine Förderung zu bekommen, auf ein wirtschaftlich vertretbares Niveau anzupassen. Der Bund muss eine langfristige Förderung schaffen, die finanziell auf sicheren Füßen steht und ein breites Spektrum beim Neubau erreicht. Der Bau braucht Kontinuität und damit Verlässlichkeit, um sicher planen zu können.“
  • Sozialer Wohnungsbau: Der Bund muss den sozialen Wohnungsbau dauerhaft und auf hohem Niveau fördern – kofinanziert durch die Länder. Und das zu einfachen Bedingungen. Im Fokus muss dabei das kostengünstige Bauen stehen.“
  • Wohneigentum: „Ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung ist ein wichtiges Stück Altersvorsorge. Wer sich Wohneigentum anschafft, um es selbst zu nutzen, sollte dabei stärker vom Bund unterstützt werden: Insbesondere für Ersterwerber, für Haushalte mit mittleren und unteren Einkommen und für Familien ist eine gezielte Wohneigentumsförderung notwendig. Zusätzlich ist eine staatliche Unterstützung beim Startkapital erforderlich. Ersterwerber müssen bei der Grunderwerbsteuer deutlich entlastet werden.“
  • Einfaches und kostengünstiges Bauen: „Das Gebäudetyp-E-Gesetz muss praxistauglich angepasst und umgesetzt werden, damit das einfache Bauen endlich auf rechtlich sicherem Sockel steht. Damit kann es gelingen, signifikant günstiger zu bauen als heute – die Sozialwohnung genauso wie die Eigentumswohnung. Außerdem muss die Anpassung der Landesbauordnungen dringend vorangehen.“
  • Bauland und Umbau „Mehr neues Bauland, mehr (Baulücken-)Verdichtung, mehr Aufstockung und mehr Umnutzung von Gewerbe- zu Wohnimmobilien: Vor allem in Regionen mit angespannten Wohnungsmärkten müssen mehr Flächen für den Wohnungsbau und das Wohnen genutzt werden. Dazu ist auch ein praxistaugliches Umbaurecht notwendig. Öffentliche Grundstücke müssen zu günstigen Bedingungen für den Wohnungsbau bereitgestellt werden.“
  • Energiesparen bei Wohngebäuden: „Für energetische Sanierungen muss es mehr Anreize geben – durch eine langfristige Förderung. Gelder vom Klima- und Transformationsfonds (KTF) müssen verlässlich auch für die energetische Modernisierung und Dekarbonisierung des Gebäudebestands genutzt werden.“
zuletzt editiert am 02. November 2026
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