Ein im Bau befindliches Wohngebäude mit Gerüst und Baumaterialien im Vordergrund.
Niedriger als im Jahr 2025 war die Zahl neuer Wohnungen zuletzt im Jahr 2012. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft 2026-05-22T07:38:11.424Z 2025 wurden in Deutschland nur 206.600 Wohnungen gebaut

Es ist lange her, dass in Deutschland so wenig Wohnungen gebaut wurden wie im vergangenen Jahr. Wie Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, wurden 2025 in Deutschland 206.600 Wohnungen gebaut. Das waren 18,0 Prozent oder 45.400 Wohnungen weniger als im Vorjahr. Damit sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen im zweiten Jahr in Folge deutlich (2024: -14,4 Prozent zum Vorjahr), nachdem sie in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils bei rund 294 000 gelegen hatte. Zuvor war die Zahl neuer Wohnungen von ihrem Tiefststand von 159.000 im Jahr 2009 auf den Höchststand von 306.400 im Jahr 2020 gestiegen. Niedriger als im Jahr 2025 war die Zahl neuer Wohnungen zuletzt im Jahr 2012 (200.500).

Baufertigstellungszahlen „dramatisch“

Als „dramatisch“ bezeichnet das Verbändebündnis Wohnungsbau die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baufertigstellungszahlen für 2025. „Deutschland steckt in einer tiefen strukturellen Wohnbaukrise. Wir liegen weiter unter dem gesellschaftlich notwendigen Bedarf von 400.000 Wohnungen pro Jahr“, so das Verbändebündnis Wohnungsbau in einer Mitteilung. An die Bundesregierung appelliert das Verbändebündnis, das vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel koordiniert wird, auf allen Ebenen entschlossen zu handeln. „Seit dem Wohnungsbau-Tag sind schon wieder zwei Monate vergangen. Es gibt kein Erkenntnisproblem, wie der Koalitionsvertrag zeigt, sondern ein Umsetzungsproblem. Mit Umsetzungen von Maßnahmen zum „Gebäudetyp E“ oder einer neuen Fördersystematik bis Januar 2027 ist die Hälfte der Legislaturperiode vergangen, ohne dass wirklich Akzente gesetzt wurden. Währenddessen stürzt der Wohnungsneubau ab und Kapazitäten verschwinden vom Markt“, sagt BDB-Präsidentin Katharina Metzger.

Rückgänge bei allen Wohngebäudearten

Wie die Zahlen vom Statistischen Bundesamt weiter zeigen, wurden im Jahr 2025 in neu errichteten Wohngebäuden insgesamt 172.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 20,0 Prozent oder 43.300 Neubauwohnungen weniger als im Vorjahr. Rückgänge gab es sowohl bei den Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei den Mehrfamilienhäusern: Mit 41.800 Einfamilienhäusern wurden 23,3 Prozent oder 12.700 weniger fertiggestellt als im Vorjahr. Die Zahl neuer Wohnungen in Zweifamilienhäusern fiel um 21,4 Prozent oder 3.800 auf 13.800. In Mehrfamilienhäusern wurden 109.800 Neubauwohnungen geschaffen, das waren 18,9 Prozent oder 25.500 weniger als im Jahr 2024. In neu errichteten Wohnheimen sank die Zahl fertiggestellter Wohnungen um 15,1 Prozent auf 7.200.

In neuen Nichtwohngebäuden entstanden im Jahr 2025 insgesamt 3.300 Wohnungen und damit 31,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Als Umbaumaßnahme in bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden wurden im Jahr 2025 insgesamt 30.700 Wohnungen fertiggestellt, das waren 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Besonders wenig Neubau im Osten

In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden im Jahr 2025 im Osten prozentual mehr als doppelt so stark zurückging wie im Westen. Während die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen im Westen gegenüber dem Vorjahr um 16,7 Prozent auf 145.700 abnahm, sank die Zahl im Osten um 34,3 Prozent auf 26.900.

Rückgang bei Bauvorhaben von Privatpersonen besonders deutlich

Nach Bauherrengruppen betrachtet entfielen von den im Jahr 2025 fertiggestellten Neubauwohnungen 89.500 auf Unternehmen (-17,8 Prozent) und 72.300 auf Privatpersonen (-23,7 Prozent). Von Trägern der öffentlichen Hand wurden 7.900 Neubauwohnungen fertiggestellt (-15,6 Prozent), von Organisationen ohne Erwerbszweck 2.900 (+1,7 Prozent).

Abwicklungsdauer immmer länger

Die durchschnittliche Abwicklungsdauer von Neubauwohnungen in Wohngebäuden, also die Zeit von der Genehmigungserteilung bis zur Fertigstellung, hat sich bei den im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäuden auf 27 Monate verlängert. Im Jahr 2024 hatte der Bau einer Wohnung noch durchschnittlich 26 Monate gedauert, im Jahr 2020 lediglich 20 Monate.

Bauüberhang auf Vorjahresniveau

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent auf 238.100 und war damit höher als die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Der Bauüberhang, das sind bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen, bewegte sich zum Jahresende 2025 mit 760.700 Wohnungen auf Vorjahresniveau (2024: 759.700). Davon befanden sich 307.200 Wohnungen bereits im Bau (158.600 Wohnungen davon waren im Rohbau fertiggestellt).

Im Jahr 2025 erloschen 35.700 Baugenehmigungen, das war laut dem Statistischen Bundesamt der höchste Wert seit 2002 und ein Anstieg um rund ein Viertel gegenüber 2024.

zuletzt editiert am 22. Mai 2026
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