25 % der Baustellenlieferungen könnten günstiger abgewickelt werden. Wie Baustoffhändler ihre Logistik effizienter gestalten, jetzt im Video.
Kleinmengenlieferungen sind eine unterschätzte Kostenfalle in der Baulogistik, die den Aufwand für die Disposition erhöht. Baustoffhändler brauchen eine gezielte Strategie für das effiziente und wirtschaftliche Management von Lieferungen, anstatt nur ihren Fuhrpark zu vergrößern.
Täglich fahren Kran-LKWs zu Baustellen, um auf ihrer Tour ein paar Kartons oder eine einzelne Halbpalette zu liefern. Diese unwirtschaftlichen Einsätze binden kostbare Ressourcen und führen zu höheren Kosten für die gesamte Logistik. Anstatt mit voller Auslastung und einer effizienten Tourenplanung unterwegs zu sein, verlieren die Fahrzeuge Zeit und Geld für Kleinmengen, die eigentlich günstiger und schneller von kleineren, flexibleren Fahrzeugen transportiert werden könnten.
Trotz steigender Transportkosten des Fachkräftemangels sowie wachsender Anforderungen an eine schnelle Baustellenbelieferung bleibt ein Potenzial zur Kostensenkung und Lieferoptimierung bislang weitestgehend ungenutzt: die Optimierung der Kleinmengenlogistik.
Nicht alle Lieferungen brauchen ein Schwerlastfahrzeug
Viele Baustoffhändler setzen Schwerlastfahrzeuge auch für die Lieferung kleiner Mengen ein. Eine kostspielige Entscheidung, denn rund 25 % aller Lieferungen bestehen aus XL-Paketen, Halbpaletten oder Ware bis 350 oder 500 kg, die problemlos mit leichteren Fahrzeugen transportiert werden könnten. Diese Kleinmengen blocken somit wertvolle Fuhrparkkapazitäten und binden Fachpersonal - im Fuhrpark sowie in der Disposition.
Auch die Kosten je Stopp sind unangemessen hoch. Denn für jede dieser Zufuhren bleiben die Kosten nahezu identisch, da diese vom eingesetzten Fahrzeug abhängen und unabhängig vom Warenwert sind. Gerade in Flotten mit sehr hohem Anteil an eigenen Fahrzeugen nimmt so die Kostendeckung und der Bruttonutzen weiter ab.
Ein “Sprinter” allein ist noch keine Kleinmengenlogistik
Ein häufiger Irrtum ist, dass sich die Kleinmengenproblematik durch den Kauf eines zusätzlichen Sprinters lösen lässt. Doch das allein reicht nicht aus, um Logistikkosten nachhaltig zu senken. Grund hierfür: Nachfragen schwanken, sei es saisonal oder über die Wochentage hinweg. Die Aufstellung des Fuhrparks und der Disposition ist unabhängig von der tatsächlichen Auslastung. Die eigene Flotte und das Fahrpersonal verursachen stets Fixkosten. Durch strategische Konsolidierung und intelligente Steuerung der Fahrzeugkapazitäten können Kosten optimiert werden.
Logistik als Hebel für Einsparungen
Kran- und Stapler-LKW sollten für margenstarke Aufträge reserviert werden, in denen die Entladetechnik auch tatsächlich benötigt wird. Wer hier ansetzt, kann erhebliche Kostensenkungen erzielen und gleichzeitig die Verfügbarkeit der Flotte verbessern.
● Bis zu 50 % geringere Lieferkosten für Kleinmengen pro Abladestelle
● Entlastung der Disposition durch gezielte Outsourcing-Optionen
● Freisetzung von Schwerlastkapazitäten für wirtschaftlichere Einsätze
Videoreportage: Wie Kemmler seine Logistikkosten teilweise halbiert hat
Kemmler Baustoffe Logistik GmbH, einer der führenden Baustoffhändler in Süddeutschland, stand vor einer Herausforderung: Immer mehr Kleinmengenlieferungen wurden mit großen LKW transportiert. Die Folgen waren hohe Kosten, ineffiziente Fahrzeugnutzung und eine überlastete Disposition.
● Analyse historischer Tourendaten zur Identifikation von Kleinmengen
● Ausschleusen definierter Kleinmengen aus dem Schwerlastverkehr
● Flexible Disposition mit festen und variablen Fahrzeugkapazitäten
● Adaptive Tourenplanung zur optimalen Fahrzeugauslastung
Die Ergebnisse: Kemmler hat eine 50 % Reduktion der Stückkosten pro Lieferung erreicht.
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