Villeroy & Boch hat nun endgültige Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht, nachdem das Unternehmen Anfang Februar bereits die vorläufigen Zahlen veröffentlicht hatte. Demnach konnte der Konzern seinen Nettoumsatz inklusive Lizenzerlöse um 18 Prozent auf 945 Millionen Euro steigern. Auch das von der Pandemie unbeeinflusste Jahr 2019 konnte damit deutlich übertroffen werden. Gründe für die in allen Geschäftsfeldern beziehungsweise Vertriebskanälen erreichten Umsatzzuwächse lägen unter anderem im Trend zur Renovierung und Neuausstattung von Haus und Bad. Darüber hinaus wirkten sich die voranschreitende Bereinigung der Vertriebsstrukturen sowie die Umstellung von Geschäftsmodellen in verschiedenen Ländern positiv aus.
Auch im operativen Konzernergebnis (Ebit) wurde die September-Prognose (85 Millionen Euro) mit einem „Rekordwert“ von rund 92 Millionen Euro deutlich übertroffen (Vorjahr: 49,7 Millionen Euro). Damit werde im Jahr 2021 das mit Abstand höchste operative Konzernergebnis seit dem Börsengang 1990 erzielt, heißt es weiter in der Mitteilung. Grund hierfür sei neben der überaus positiven Umsatzentwicklung die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen zur Straffung der Strukturen und Reduzierung der Komplexität. Im Geschäftsjahr 2021 wurde das Konzernergebnis mit 60,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (22,9 Millionen Euro) mehr als verdoppelt.
Der Unternehmensbereich Bad und Wellness erzielte im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz in Höhe von 629,4 Millionen Euro und lag damit um 90,3 Millionen Euro beziehungsweise um 16,8 Prozent über Vorjahr. Währungsbereinigt erreichte der Unternehmensbereich eine Umsatzsteigerung von 15,9 Prozent. Dabei konnten in allen Geschäftsfeldern und Regionen, mit Ausnahme des amerikanischen Markts, ein Umsatzwachstum erzielt werden.
Mit Blick auf das Jahr 2022 wird von einer Erholung der Weltwirtschaft ausgegangen. Allerdings sei zu erwarten, dass die anhaltenden Versorgungsengpässe und die damit verbundenen erheblichen Preissteigerungen bei Energie und Frachten sowie für Rohstoffe und Verpackungsmaterialien das Jahr 2022 stark beeinflussen werden. Darüber hinaus kann auch der weitere Verlauf der Corona-Pandemie zu erneuten Störungen führen. Auf Basis einer grundsätzlich positiven Markteinschätzung mit einer Reihe stützender Faktoren werde im Geschäftsjahr 2022 inklusive berücksichtigter Preissteigerungseffekte eine Steigerung des Konzernumsatzes um 5 bis 6 Prozent angestrebt. Durch Prozessverbesserungen und ein weiterhin aktives Kostenmanagement werde für das operative Ebit im Jahr 2022 eine überproportionale Verbesserung um voraussichtlich 5 bis 10 Prozent erwartet. Damit setze der Konzern auf weiterhin hohe, jedoch im Vorjahresvergleich weniger dynamische Wachstumsquoten, heißt es abschließend in der Mitteilung.
