Mehr als 70 Teilnehmende nahmen am zweiten BaustoffMarkt-Kongress im Kölner Wasserturm teil. (Quelle: Redaktion/aki)
Mehr als 70 Teilnehmende nahmen am zweiten BaustoffMarkt-Kongress im Kölner Wasserturm teil. (Quelle: Redaktion/aki)

Veranstaltungen

13. May 2022 | Teilen auf:

Über 70 Teilnehmende diskutieren auf dem BaustoffMarkt-Kongress über Nachhaltigkeit

Am gestrigen Donnerstag (12. Mai) trafen sich über 70 Branchenvertreter im Wasserturm in Köln zum zweiten BaustoffMarkt Kongress. Unter dem Motto „Nachhaltig bauen, gesund wohnen – Der Baustoff-Fachhandel positioniert sich“ zeigten Experten in Fachvorträgen auf, welche Chancen und Herausforderungen mit dem Thema Nachhaltigkeit für das eigene Geschäftsmodell verbunden sind. So startete nach einem Grußwort von BDB-Präsidentin Katharina Metzger die Ökonomin Dr. Sarah Fluchs vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln den Kongresstag mit Gedanken zu kommenden Veränderungen im Bausektor. Dem Baustoffrecycling werde eine immer größere Rolle zukommen, so die Referentin, über 200 Millionen Tonnen Abfall würden jährlich im deutschen Bausektor anfallen.

Stefan Endlweber, geschäftsführender Gesellschafter Baukom Bauprodukte, erläuterte, was Nachhaltigkeit für einen Baustoffhersteller bedeutet. „Wir brauchen nicht nur eine Bauwende, sondern auch eine Rohstoffwende“, führte Endlweber aus. Denn der Trend zu steigenden Rohstoffpreisen werde sich nicht mehr umkehren. Eine Nachhaltigkeitsstrategie sei Aufgabe der Geschäftsführung, müsse zur DNA eines Unternehmens gehören.

2021 wurden hierzulande rund 12,4 Milliarden Euro in Green Buildings investiert. Dies zeige unter anderem, dass Projektentwicklern und Bauunternehmen an den Baustoffhandel neue Nachhaltigkeitsanforderungen stellen, machte Moritz Keding, Senior Projektleiter bei Weissman & Cie, deutlich.

Eine realistische Bewertung von Zahlen mahnte Michael Hölker, Hauptgeschäftsführer Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, in seinem Vortrag an. Das Thema Nachhaltigkeit sei marketingtechnisch verzerrt. Die Branche müsse pragmatisch vorgehen und sich auf Ziele in ihrem Verantwortungsbereich konzentrieren.

Müll ist Material ohne Identität, gab Sabine Oberhuber, Expertin für Kreislaufwirtschaft und Autorin von „Material Matters“, den Besuchern mit. Es gelte viel stärker in Kreisläufen zu denken und nicht in linearen Geschäftsmodellen. Ein Ansatz sei Madaster: Auf der Online-Plattform werden Materialien, Produkte und Elemente, die in Bauobjekten verwendet werden, registriert und dokumentiert.

Einen regen Austausch zwischen den Teilnehmenden gab es während der Veranstaltung unter anderem auf den Workshops, die sich um die Fragestellungen „Wer speichert für wen die nötigen Daten im BIM-Format?, „Wie können die Mitarbeiter mitgenommen werden?“, „Wie bringt sich der Handel aktiv in die Kreislaufwirtschaft ein?“, und „Was ist der gesamtplanerische Ansatz?“ drehten.

Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel begleitete den Kongress als ideeller Partner. Die Eurobaustoff war offizieller Sponsor der Veranstaltung.

In der Juni-Ausgabe des BaustoffMarkt berichten wir ausführlich über den BaustoffMarkt-Kongress 2022.

zuletzt editiert am 13.05.2022