Starkregen
Eine wachsende Überflutungsgefahr durch Starkregen sieht eine neue Unwetter-Studie. (Quelle: Pixabay)

Bauwirtschaft

31. May 2022 | Teilen auf:

Starkregen-Risikomanagement gefordert

Deutschland hat beim effektiven Schutz vor Unwetter-Katastrophen erhebliche Defizite. Zu diesem Ergebnis kommt die Technische Universität Kaiserslautern in einer aktuellen Unwetter-Studie: „Starkregen und urbane Sturzfluten – Agenda 2030“. Vorgestellt wurde die Untersuchung am Montag (30. Mai) auf der Weltleitmesse für Umwelttechnologien (Ifat) in München. Darin haben die Wissenschaftler aus Kaiserslautern in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr in München die Risiken, Gefahren und Ursachen, insbesondere aber auch effektive Schutzmaßnahmen untersucht.

„Es gibt kaum eine Region in Deutschland, die vor Starkregen und urbanen Sturzfluten sicher ist“, so Prof. Theo Schmitt von der TU Kaiserslautern. Konkret fordert Schmitt, dass Städte und Gemeinden zu einem Starkregen-Risikomanagement verpflichtet werden. Die Kommunen müssten künftig Gefahren- und Risikokarten erstellen. Prof. Wolfgang Günthert, der am Institut für Wasserwesen der Universität der Bundeswehr in München zu Sturzfluten geforscht hat, sagte bei der Vorstellung der Studienergebnisse: „Es geht darum, mit der Starkregen-Risikokarte die Wirkung von Sturzfluten digital zu simulieren“. Auch Hausbesitzer würden davon profitieren. Sie könnten damit ganz individuell mehr Vorsorge und so Gebäudeschutz betreiben.

Die Studie „Starkregen und urbane Sturzfluten – Agenda 2030“ wurde von der Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“ in Auftrag gegeben. Auf der Ifat in München sprach sich der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB)angesichts der Studienergebnisse dafür aus, Hauseigentümer und Bauherren stärker beim individuellen Starkregenschutz ihrer Gebäude zu unterstützen: „Der Staat muss hier beim Neu- und Umbau Anreize schaffen“, fordert BDB-Präsidentin Katharina Metzger als Mitinitiatorin der Initiative „Verantwortung Wasser und Umwelt“. In Frage käme beispielsweise – neben steuerlichen Anreizen – die Einführung eines „Starkregen-Bauschutzprogrammes“ bei der staatlichen KfW-Bank. „Hier sind direkte Zuschüsse und zinsgünstige Kredite möglich. Alles ist unterm Strich auf Dauer günstiger als der enorme volkswirtschaftliche Schaden durch die vielen Überflutungen“, so Metzger.

Mehr zur aktuellen Unwetter-Studie lesen Sie in der Juli-Ausgabe des BaustoffMarkt.

zuletzt editiert am 31.05.2022