Drei Geschäftsmänner in formeller Kleidung stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera vor einem grauen Hintergrund.
Schöck-Vorstandsvorsitzender Alfons Hörmann (r.) und Aufsichtsratsvorsitzender Nikolaus Wild (l.) mit Dr. Stefan Odenthal, der in der Hauptversammlung als neues Mitglied in den Aufsichtsrat der Schöck AG gewählt wurde. (Quelle: Schöck)

Industrie 2024-07-23T07:31:38.182Z Schöck-Hauptversammlung 2024: Restrukturierung und Neuausrichtung

Schöck beendet das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatz von rund 215 Millionen Euro, das entspricht einem Rückgang um rund 17 Prozent. Auch die Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 ist von nochmals deutlichen Umsatzrückgängen geprägt, teilt das Unternehmen mit. Strukturelle Anpassungen seien damit unvermeidbar. Das gab der neue Vorstandsvorsitzende der Schöck AG, Alfons Hörmann, laut Mitteilung auf der Jahreshauptversammlung am 19. Juli am Firmensitz Baden-Baden bekannt. Zum 1. Juni wechselte Hörmann vom Aufsichtsrat in den Vorstand, um das Unternehmen krisenfest aufzustellen. Als Ersatzmitglied für ihn wurde Dr. Stefan Odenthal auf der Hauptversammlung in den Aufsichtsrat gewählt.

Das Unternehmen stehe vor herausfordernden Monaten und Jahren, heißt es in der Mitteilung weiter. Konnte der Hersteller im Bereich Wärme- und Trittschalldämmung im Jahr 2022 nach eigenen Angaben noch einen deutlichen Umsatzzuwachs verzeichnen, beschließt das Unternehmen das Geschäftsjahr 2023 mit einem Umsatzminus von 44,5 Millionen Euro. Der Rückgang markiere nach rund 15 Jahren stetigen Wachstums eine Zeitenwende.

Unsicherheiten in der Baubranche

Seit rund zwei Jahren bremsen stark gestiegene Baukosten und Zinsen in Kombination mit verschärften Energiesparverordnungen und Bauvorschriften sowie geopolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten den Hochbau aus. Der Abschwung trifft dabei den Wohnungsneubau, den laut Mitteilung für Schöck wichtigsten Sektor am Bau, besonders stark.

Aufsichtsrat und Vorstand verabschieden Restrukturierungs-Konzept

„Die Krise ist dabei aber längst nicht mehr nur ein Problem in Deutschland, sondern hat nun auch wesentliche Kernländer von Schöck wie Österreich und Frankreich erreicht“, wird Vorstandschef Alfons Hörmann zitiert. Sowohl national wie auch auf europäischer Ebene seien derzeit keine zeitnahen politischen Signale und verbesserte Rahmenbedingungen für eine Trendwende absehbar. Für 2024 wie auch für 2025 rechnet das Unternehmen daher weiterhin mit Rückgängen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Nikolaus Wild fasste das Fazit klar zusammen: „Ein „weiter so“ kann und darf es angesichts der Entwicklungen in der Baubranche, die ein ernstzunehmendes Ausmaß angenommen haben, nicht geben. Wir alle sind gefordert die unternehmerischen Weichenstellungen gekonnt und professionell umzusetzen.“

Schöck stellt sich neu auf

Um den veränderten Rahmenbedingungen schnell und nachhaltig Rechnung zu tragen, sind strukturelle Anpassungen unabdingbar, erklärte Hörmann bei der Versammlung: „Mit dem Programm ‚Fitness 2025‘ werden wir unsere Organisation, Prozesse und Produktionsbereiche selbstkritisch prüfen und hinterfragen. Wir müssen bürokratische Hürden abbauen und Prozesse verschlanken durch ein noch besser vernetztes Arbeiten über Abteilungs- und vor allem auch die Landesgrenzen hinweg.“

Wie der Mitteilung zu entnehmen ist, bekräftigte der Hersteller auf der Hauptversammlung trotz der aktuell teilweise schwachen europäischen Märkte die langfristige Strategie des Unternehmens mit Fokus auf die langjährigen Stammkunden in Deutschland, aber auch auf eine verstärkte Internationalisierung, um die besonderen Stärken des Produktprogrammes auch in fernen Ländern auszuspielen.

Alle Themen und Initiativen sollen in einer stimmigen „Strategie 2030“ gebündelt werden, um für den Strukturwandel am Bau und den damit verbundenen Herausforderungen gerecht zu werden: „Auf der Basis des nun bevorstehenden Fitness-Programmes werden wir eine gute und solide Grundlage für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung der Unternehmensgruppe schaffen. Schöck hat alle Voraussetzungen, um auch künftig eine marktführende Rolle einzunehmen. Davon sind wir überzeugt und dafür werden wir hart arbeiten“, erklärte Hörmann.

zuletzt editiert am 08. August 2024
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