Nachdem im letzten Jahr die Versammlung des Gesprächskreises Baustoffindustrie/BDB coronabedingt ausfallen musste, haben sich am 26. und 27. Oktober in Berlin gut 140 Spitzenvertreter aus der Baustoffindustrie sowie dem Baustoff-Fachhandel getroffen, um über die aktuellen Themen der Branche zu diskutieren. Wie auch 2019 stand das Datenmanagement thematisch im Fokus.
Zunächst begrüßte Dr. Dirk Jandura, der gerade neu gewählte Präsident des BDB-Dachverbandes BGA die Mitgliederversammlung. Dr. Jandura, selbst Mitglied im Vorstand des Elektrogroßhandels, beleuchtete die haushalterischen Rahmenbedingungen der neuen Ampelkoalition: Er habe die Erwartung, dass die öffentlichen Haushalte weiterhin verantwortlich gemanagt würden. Die Ära Schröder hätte gezeigt, dass auch neue Regierungskonstellationen die Chance hätten, zielführende Entscheidungen für den Arbeitsmarkt zu treffen, die nicht nur auf dem Rücken der Arbeitgeber ausgetragen und zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit gehen würden. Anschließend zeigte Dirk Salewski, der aktuelle Schatzmeister und designierte Präsident des BFW (Bundesverbandes der Freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen) auf, wie gut funktionierende Netzwerke am Bau organisiert werden können und mit welchen Vorlaufzeiten Investoren heute rechnen müssen, bevor sie in ein Projekt investieren können.
Nach den Berichten aus den Arbeitsgruppen erinnerte Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Geschäftsführung der Eurobaustoff, noch einmal an den langen, mitunter auch verschlungenen Weg, den die Mitglieder aus Fachhandel und Industrie in der Prozessoptimierung schon gegangen seien: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Nun würden wir uns freuen, wenn die Industrie die Daten jetzt so liefert, wie wir sie benötigen.“ Als nächster Schritt sei die Organisation der herstellerübergreifenden Merkmale in Etim auf der Agenda. Arne Blöcker, Bereichsleiter Produktdatenmanagement/Digitalisierung bei der Eurobaustoff, gab im Anschluss daran einen Überblick, wie nun die nächsten Schritte aussehen. In diesem Zusammenhang richtete BDB-Präsidentin Katharina Metzger einen dringenden Appell an alle Anwesenden: Wenn nicht viel mehr Dampf auch in diesem Thema gemacht würde, dann würden nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen fressen. „Wir brauchen viel mehr Entschiedenheit und Entschlossenheit, mehr Manpower in der Prozessoptimierung.“ Und wenn dies nicht gelinge in Zeiten, in denen sie Rückenwind hätten, wann dann?
Dietmar Walberg, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (Arge) hielt einen Impulsvortrag zur Kostensituation im Wohnungsbau mit einem Fokus auf den Materialkostenanteilen, der auf großes Interesse stieß. In den Folgejahren sollen deshalb weitere Ausführungen folgen, so die Veranstalter. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung waren die Regelungslücken in der neuen Bauproduktenverordnung, zu denen BDB-Hauptgeschäftsführer Michael Hölker die Hintergründe und Problematiken erläuterte.
Die Redaktion des BaustoffMarkt war vor Ort und berichtet in der November-Ausgabe ausführlich über die Mitgliederversammlung..
