Das Bündnis „Soziales Wohnen“  fordert 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau.
Das Bündnis „Soziales Wohnen“ fordert 50 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau. (Quelle: Verbändebündnis Soziales Wohnen/Tobias Seifert)

2024-01-17T09:18:28.171Z Pestel-Institut sieht dramatischen Mangel an Sozialwohnungen

Auf einer Pressekonferenz in Berlin hat das Bündnis „Soziales Wohnen“  eine aktuelle Wohnungsmarkt-Studie vom Pestel-Institut vorgestellt. Demnach fehlen bundesweit aktuell mehr als 910.000 Sozialwohnungen. Bund und Ländern hätten die Förderung von Sozialwohnungen massiv vernachlässigt, so der Vorwurf des Bündnisses.

„Um bedürftigen Haushalten das Wohnen überhaupt noch zu ermöglichen, ist der Staat mittlerweile gezwungen, stetig steigende Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt zu akzeptieren. Dabei zahlt er sogar Mieten, die oft deutlich über der Durchschnittsmiete liegen“, sagt Studienleiter Matthias Günther vom Pestel-Institut.

Insgesamt habe der Staat nach Angaben der Wissenschaftler im vergangenen Jahr erstmals mehr als 20 Milliarden Euro an Sozialausgaben für die Unterstützung bedürftiger Menschen beim Wohnen ausgegeben: gut 15 Milliarden Euro für die Kosten der Unterkunft, die überwiegend von den Job-Centern gezahlt werden. Und zusätzlich über 5 Milliarden Euro für das Wohngeld. Dagegen lagen die Ausgaben von Bund und Ländern für den sozialen Wohnungsbau in den letzten Jahren lediglich bei gut 4 Milliarden Euro pro Jahr, so die Studie.

Die formulierte Forderung des Verbändebündnisses: Bund und Länder sollen umgehend 50 Milliarden Euro für die Förderung von sozialem Wohnraum bereitstellen. Nur so könne es gelingen, dem Ampel-Ziel, 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr neu zu bauen, wenigstens ein Stück näher zu kommen. Darüber hinaus fordert das Bündnis eine Steuerreduzierung für den sozialen Wohnungsbau: Für den Neubau von Sozialwohnungen sollen künftig lediglich 7 statt – wie bisher – 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden. Außerdem solle ein Sonderbudget „Sozialer Wohnungsbau“ geschaffen und gezielt dort eingesetzt werden, wo der Mangel an Sozialwohnungen besonders hoch ist, heißt es vom Bündnis, in dem sich neben dem Deutschen Mieterbund (DMB), der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie (CBP) und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) als Dachverband der Mauersteinindustrie sowie der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) zusammengeschlossen haben.

zuletzt editiert am 17. Januar 2024
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