Der Fliesenhersteller Panariagroup Deutschland hat seinen Geschäftsbetrieb zum 1. Juli eingestellt. Die Anlagen am Produktionssitz in Leisnig wurden heruntergefahren, heißt es in einer Mitteilung. Unterdessen habe das zuständige Insolvenzgericht am 1. Juli das Verfahren eröffnet und Dr. Christian Heintze von der Kanzlei BBL Brockdorff zum Insolvenzverwalter bestellt.
„Nachdem es zur Insolvenzeröffnung für das Unternehmen keinen Investor gab, mussten wir den Betrieb stilllegen“, wird Heintze in der Mitteilung zitiert. Diese Entwicklung habe sich bereits Mitte Juni abgezeichnet. Die Panariagroup Deutschland erwirtschaftet Verluste und sei aus eigener Kraft nicht in der Lage, den Weiterbetrieb zu finanzieren. Heintze hatte am 16. Juni die Belegschaft darüber informiert und damit begonnen, die Anlagen kontrolliert herunterzufahren, heißt es in der Mitteilung weiter. Dieser Prozess sei inzwischen abgeschlossen. „Die Brennöfen und Anlagen sind in einem betriebsbereiten Zustand, so dass die Produktion gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt durch einen möglichen Erwerber wieder aufgenommen werden kann“, betont der Insolvenzverwalter.
Heintze hat sich laut Mitteilung mit dem Betriebsrat auf einen Interessenausgleich geeinigt, der mit Verfahrenseröffnung unterzeichnet wurde. Die Beschäftigten werden nun gekündigt und bis auf ein Abwicklungsteam mit sofortiger Wirkung freigestellt, heißt es. Betroffen seien insgesamt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, rund 160 davon am Standort Leisnig. Die Panariagroup Deutschland gehört seit 2024 zur italienischen Panariagroup Industrie Ceramiche und hatte im April Insolvenz angemeldet. Wie viele Unternehmen der Baubranche ist die Panariagroup Deutschland von der aktuell schwachen Baukonjunktur und den hohen Energiepreisen betroffen.
