Porträt einer lächelnden Frau in einem schwarzen Blazer und weißem Hemd.
Ilaria Brillarelli (Wacker Chemie), Vorsitzende des Arbeitskreises Rohstoffe im Industrieverband Klebstoffe. (Quelle: Privat)

Industrie 2026-04-14T07:28:10.075Z Klebstoffindustrie sieht Risiko von Lieferausfällen

Die deutsche Klebstoffindustrie sieht die Verfügbarkeit zentraler Rohstoffe und Vorprodukte aufgrund anhaltender Störungen internationaler Lieferketten unter Druck. In Teilen würden bereits spürbare Engpässe bestehen. Branchenvertreter warnen, dass eine länger andauernde Blockade der Straße von Hormus die Versorgung mit petrochemischen Vorprodukten weiter beeinträchtigen und die zunehmenden Verfügbarkeitsprobleme für die Klebstoffindustrie verschärfen könnte.

„Die aktuellen Einschränkungen bei der Verfügbarkeit wichtiger Vorprodukte treffen die Klebstoffindustrie an einer zentralen Stelle der Wertschöpfung. Wenn die Stoffströme weiter gestört bleiben, spüren das sehr schnell auch viele Anwenderindustrien“, sagt Ilaria Brillarelli (Wacker Chemie), Vorsitzende des Arbeitskreises Rohstoffe im Industrieverband Klebstoffe.

Laut dem Verband ist von der aktuellen Situation unter anderem Vinylacetatmonomer (VAM) betroffen – das Vorprodukt für VAE- und PVAc-Dispersionen, sowie Ethylen-Vinylacetat (EVA)-Schmelzklebstoffe. Ebenfalls knapp seien hydrierte Kohlenwasserstoffharze für Polyolefin-Schmelzklebstoffe sowie Polyolefin-Polymere für PO-Schmelzklebstoffe und weitere Harze. Zusätzlich würden sich Einschränkungen bei Polyester und Polyether für die Polyol-Herstellung für Polyurethan-Klebstoffe zeigen. Auch bei lösemittelbasierten Primern und Klebstoffen gebe es Versorgungsstörungen. Bei Kunststoffen zeigen sich dem Verband zufolge unter anderem bei PE und PP teils deutliche Marktbewegungen, die in nachgelagerten Anwendungen, etwa im Verpackungsumfeld, spürbar würden.

zuletzt editiert am 14. April 2026