Die deutsche Kalksandsteinindustrie hat das Jahr 2022 mit einem leicht rückläufigen Ergebnis abgeschlossen, wie auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie (BV KSI) zu hören war. Auch wenn der Steinabsatz von 2,2 Milliarden Vol.-NF im Jahr 2021 auf rund 2,1 Milliarden Vol.-NF sank, sei Kalksandstein im Jahr 2022 jedoch weiterhin der am häufigsten eingesetzte Baustoff im mehrgeschossigen Wohnungsbau gewesen. „Kalksandstein bleibt das zehnte Jahr in Folge der favorisierte Baustoff. Betrachten wir unsere Wachstumsraten der letzten sechs Jahre insgesamt, hatten wir durchaus ein ordentliches Jahr“, so Roland Meißner, Geschäftsführer beim BV KSI.
Ein zentrales Thema auf der Mitgliederversammlung war die aktuelle Baukrise, die die gesamte Wertschöpfungskette fest im Griff habe. „Deutliche Produktionsrückgänge im mittleren zweistelligen Bereich, Kurzarbeit und erste Werksschließungen sind in unserer Industrie angekommen. Die Zahlen sind eindeutig: Auf absehbare Zeit werden wir nur auf Sicht fahren können“, so Jan Dietrich Radmacher, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie. Das Statistische Bundesamt melde für das erste Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahreszeitraum Produktionsrückgänge in der Baustoff-Steine-Erden-Industrie von 11,4 Prozent. Die für April veröffentlichten Zahlen hätten sich mit einem Rückgang von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr sogar nochmals verschlechtert. Die Kalksandsteinindustrie verzeichne, bei teils erheblichen regionalen Unterschieden, sogar Rückgänge von über 30 Prozent. „Die Politik muss dringend handeln und Mechanismen entwickeln, die den Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland stützen und die Bauwirtschaft vor einem Kollaps bewahren“, so Meißner.
Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung war der Mitteilung zufolge die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Porenbetonindustrie. Ab 2024 werden den Angaben zufolge alle gemeinsamen Aktivitäten in eine gemeinsame Gesellschaft übertragen und die Themen der Zusammenarbeit weiter ausgebaut.
Jan Dietrich Radmacher wiedergewählt
Jan Dietrich Radmacher, Geschäftsführer der Kalksandsteinwerk Wendeburg Radmacher, ist von der Mitgliederversammlung erneut einstimmig zum Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie gewählt worden. Stellvertretender Vorsitzender ist wie bisher Frederic A. Dörlitz, Geschäftsführer der Nord-KS und Hansa Baustoffwerke Parchim. Neu in den Vorstand gewählt wurde Daniel Marczinkowsky, CEO der Xella Deutschland.
