Ende November 2023 lud die Deutsche Bauchemie zur Holzschutztagung nach Erfurt ein. Den rund 70 Teilnehmern aus Industrie und Gewerbe, Behörden und Wissenschaft wurde laut Mitteilung ein Vortragsprogramm geboten, in dem das Thema Nachhaltigkeit im Fokus stand - vom heimischen Holz als nachwachsender Rohstoff über den Einsatz von Holzschutzmitteln zur Verlängerung der Nutzungsdauer von Holzbauteilen bis hin zu den baurechtlichen Regelungen.
Zu Beginn der Veranstaltung warf Ina Hundhausen, Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Bauchemie, einen Blick auf die aktuelle Verbandsarbeit. Eine Arbeit, die sich vor allem mit Blick auf den European Green Deal „in bewegten, grünen, regulierten Zeiten“ abspiele. Über die verbandsinterne Gremienarbeit der in der Deutschen Bauchemie organisierten Holzschutzmittelhersteller informierte Dr. Jörg Habicht von der Wolman Wood and Fire Protection GmbH. Andreas Wilfried Christof vom Dänischen Technologischen Institut (DTI) stellte anschließend mit „Cuprinol Tryck und der Sandwich-Methode” Alternativen für Freilandtests vor und Dr. Anette Rose von der Kurt Obermeier GmbH und Dr. Jörg Habicht präsentierten gemeinsam den Anfang 2023 erfolgten „Neustart des europäischen Holzschutzmittelverbandes EWPM“.
Den gesamten fachöffentlichen Teil der Erfurter Holzschutztagung dominierte das Thema Nachhaltigkeit. Dabei ging Dr. Ulrich Hundhausen vom Norwegian Institut of Wood Technology zunächst der Frage nach: „Ökologisch oder nicht? Die schwierige Bewertung von Holzprodukten für den Außenbereich in Lebenszyklusanalysen“. Der zweite Vortrag griff einen weiteren Aspekt des Fokusthemas auf. „Holzschutzmittel entlasten die Ressource Wald - ein Beispiel zur Nachhaltigkeit geschützten Holzes“ ‒ so die These von Dr. Jens Carsten Röder von der Wolman Wood and Fire Protection GmbH. Sein Fazit: nur dauerhaft geschütztes Holz sei auch nachhaltig.
Passend zu den Ausführungen von Dr. Röder zeigte Lars Schmidt von der Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) aus Berlin wie es aktuell um den Holzmarkt steht. „Holzmarkt der Zukunft - Chancen und Herausforderungen“ so der Titel seines Beitrags. Mit einer unter dem Motto „Holz rettet Klima“ gestarteten Initiative für aktiven Klimaschutz will der Verband zeigen, dass Holz ein elementarer Baustein für einen aktiven Klimaschutz ist. Aber, so der Referent, der Weg dazu erfordere unter anderem klimastabile, artenreiche Mischwälder mit Nadelholz sowie eine effiziente Holzverwendung. Dass zum nachhaltigen Bauen auch normative und rechtliche Regeln gehören - dies verdeutlichte Dipl.-Ing. Brigitte Strathmann vom Deutschen Institut für Bautechnik Berlin (DIBt). Sie stellte daher „Nachhaltig Bauen im bauordnungsrechtlichen Kontext“ vor. Abgerundet wurde das Programm durch einen Vortrag von Dr. Rüdiger Plarre von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), der der Frage nach dem evolutionsbiologischen Ursprung von Holz-, Material- und Vorratsschädlingen und deren vermeintlichen Anpassung an den synanthropen Lebensraum nachging.
