Ende April 2024 traf sich der Arbeitskreis (AG) Baufokus des Gesprächskreises Baustoffindustrie im BDB zu seiner Frühjahrssitzung auf Einladung der Eurobaustoff in Bad Nauheim. Themen der Runde waren unter anderem die aktuelle Marktsituation und ihre Schlagworte wie Nachhaltigkeit oder modulares Bauen sowie ein Überblick über die Verbandsarbeit im politischen Berlin.
„Wir investieren jährlich einen Millionenbetrag in die Cyber-Sicherheit. Dies ist für unsere Kooperation von entscheidender Bedeutung. Die Buchhaltung und ihre Systeme müssen geschützt sein“, so Gastgeber Dr. Eckard Kern, Vorsitzender der Geschäftsführung Eurobaustoff, zu Beginn der Sitzung. In seinem kurzen Vortrag nannte er grundlegende Fakten zur Eurobaustoff, die mit ihren knapp 450 Gesellschaftern Europas führende Fachhandelskooperation für Baustoffe, Holz und Fliesen sei. Aktuell beschäftigt sich das Unternehmen im Sinne seiner Gesellschafter mit Themen wie Cyber-Sicherheit, Nachhaltigkeit, Sanierung, Künstlicher Intelligenz sowie der crossmedialen Information und Kommunikation.
AG-Vorsitzender Volker Christmann sowie Christian Lübbert, BDB-Regionalgeschäftsführer West/Nord führten durch die anschließenden Programmpunkte. So gab Prof. Dietmar Walberg (ARGE Kiel) eine Einordnung zu den Themen serielles und modulares Bauen. Er nannte Definitionen und erklärte Unterschiede in den Begriffen seriell, modular, industrialisiert, typisiert oder standardisiert. Zudem bezifferte er Kostensenkungsmöglichkeiten der einzelnen Bauweisen und nahm auch zur sogenannten Typengenehmigung Stellung, die bei mancher Gelegenheit als Allheilmittel zur Baubeschleunigung genannt wird. Er verwies darauf, dass natürlich weiterhin bei jedem Bauvorhaben die jeweiligen Baugenehmigungen vor Ort (Bausatzung, Vorschriften zum Naturschutz etc.) berücksichtigt werden müssen und daher auch eine Typengenehmigung nicht das alleinige Mittel zur Beschleunigung des Bauens sein werde.
Michael Hölker, BDB-Hauptgeschäftsführer, gab der Runde einen Überblick über die Verbandsarbeit im politischen Berlin. Dabei hob er insbesondere die Veranstaltung des Bündnisses „Soziales Wohnen“ im Januar 2024 und den 15. Wohnungsbau-Tag (April 2024) hervor. An beiden (und weiteren!) Initiativen zur Information und Kommunikation mit den politischen Akteuren ist der BDB entscheidend beteiligt beziehungsweise als Koordinator verantwortlich. Themen waren die deutlich zu geringe Anzahl von Sozialwohnungen. Das Ziel der Ampelkoalition werde massiv verfehlt. Die Steigerung von 25.000 auf 30.000 Wohnungen pro Jahr ist weit von den angestrebten 100.000 Wohnungen pro Jahr entfernt. Ferner wurde die volkswirtschaftliche Bedeutung des Wohnungsbaus dargestellt, sowie die weitere Kostensteigerung im Geschoßwohnungsbau aufgrund staatlicher Vorgaben und Förderauslegungen und als Lösungsansatz ein Modellhaus vorgestellt, dass auf Basis des gesetzlichen Standards einen vernünftigen Standard vorschlägt - den Regelstandard E -, der ohne Fördergelder zu Bauchancen führt. Hölker verwies auf die enorme Resonanz dieser Initiativen in der Tagespresse und damit die Möglichkeiten der Baustoff-Fachhändler, ihre Positionen zu platzieren.
Abschließend diskutierte die Runde über weitere Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Marktpartnern. Hier lauten die Stichworte: weitere Internationalisierung, (noch) Sprachbarrieren und (auch) durch die Einführung weiterer Software-Systeme die Tendenz zu mehr Strukturierung, Standardisierung sowie die daraus entstehenden Herausforderungen des Change-Managements.
Das nächste Treffen der AG Baufokus findet im Vorfeld der BDB-Mitgliederversammlung Mitte November 2024 in Büdelsdorf statt.
