Dr. Boris Tasche, Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands Klebstoffe
Dr. Boris Tasche, Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands Klebstoffe. (Quelle: Privat)

Industrie

27. October 2022 | Teilen auf:

Getrübte Aussichten für die deutsche Klebstoffindustrie

Die deutsche Klebstoffindustrie hat das Geschäftsjahr 2021 mit einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent abgeschlossen. „In nahezu allen Schlüsselmarktsegmenten waren die Entwicklungen mehr als zufriedenstellend – sowohl im Inland als auch internationa. Unsere Branche hat 2021 von Aufholeffekten nach dem Coronajahr 2020 profitiert“, so Dr. Boris Tasche, Vorstandsvorsitzender des Industrieverbands Klebstoffe (IVK).

Trotz schlechter Rohstoffverfügbarkeiten habe die deutsche Klebstoffindustrie mit einer produzierten Menge von rund 1 Millionen Tonnen Klebstoffen im Jahr 2021 die Vorjahresproduktion um knapp 5 Prozent übertroffen. Allein mit Klebstoffen konnte die deutsche Klebstoffindustrie 2021 laut Mitteilung einen Umsatz von 2 Milliarden Euro erzielen. Zusammen mit Dichtstoffen, zementären Bauklebstoffen und Klebebändern beläuft sich der Umsatz der Mitteilung zufolge auf deutlich über 4 Milliarden Euro. Im Segment Bauhauptgewerbe war 2021 allerdings erstmalig seit vielen Jahren ein Umsatzrückgang von 0,6 Prozent zu verzeichnen.

Nach einem starken ersten Halbjahr erwartet der IVK für den weiteren Verlauf des Wirtschaftsjahres eine Abschwächung der konjunkturellen Entwicklung mit entsprechenden Einflüssen auf die Produktionsmengen. Viele Branchenunternehmen gehen laut dem Verband davon aus, dass das weiterhin prognostizierte Umsatzwachstum nicht die erheblich gestiegenen Kosten für Material, Energie und Personal kompensieren wird. Die aufgrund der Energiekrise bestehenden Probleme bei der Rohstoffversorgung hätten einen starken Einfluss auf vorgelagerte Herstellprozesse, was zu einer Verschärfung der Verfügbarkeiten insbesondere von Spezialitäten und Kleinmengen führen dürfte. „Unsere Mitgliedsunternehmen – insbesondere die kleinen und mittelständischen – stehen vor dramatischen Herausforderungen der Konsequenzen einer Energiekrise, wie wir sie noch nie erlebt haben “, sagt Dr. Vera Haye, Hauptgeschäftsführerin des IVK.

zuletzt editiert am 27.10.2022