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Klimaneutraler Gebäudebestand bei vermieteten Mehrfamilienhäusern gelingt laut einer Studie nur, wenn die richtigen Maßnahmen kombiniert werden. (Quelle: Anke Thomass - stock.adobe.com)

Industrie

01. April 2022 | Teilen auf:

GdW und VDPM fordern modernisieren mit Augenmaß

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) haben eine gemeinsame Studie „Klimaneutralität vermieteter Mehrfamilienhäuser – aber wie?“ vorgelegt. Dabei gehe es um praxisgerechte und wirtschaftlich umsetzbare Vorschläge für einen klimaneutralen Gebäudebestand, heißt es. Beide Verbände verlangen in einer Pressemitteilung ein Ende hochgeschraubter Ideen, die für Hausbesitzer in der Realität nicht leistbar seien. Gebäude sollten energetisch so modernisiert werden, dass sie anschließend effizient mit erneuerbarer Energie versorgt werden könnten.

Die Studie von Prof. Sven Bienert MRICS REV, Leiter Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft der International Real Estate Business School, IRE|BS Universität Regensburg, im Auftrag der Verbände kommt zu dem Ergebnis, dass eine weitere Verschärfung der Gebäudestandards – über die heutigen hinaus – den realen Verbrauch in Mehrfamilienhäusern kaum noch senkt. Deshalb sei es volkswirtschaftlich sinnvoller, möglichst viele Gebäude mit Augenmaß zu modernisieren und den verbleibenden Bedarf mit erneuerbarer Energie zu decken. Ein hochgerüstetes energetisches Modernisieren, auch als „Tiefensanierung“ bezeichnet, mache weder für Gebäudeeigentümer noch für die Bewohner Sinn. „Viel Aufwand bei nur geringem Nutzen“, heißt es in der Studie.

Damit das Umstellen auf erneuerbare Energie funktioniert, müssten die Gebäude mindestens „Niedertemperatur-ready“ sein. Dieser Begriff bedeutet, dass ein Gebäude so weit ertüchtigt und gedämmt wird, dass es mit einer Niedertemperatur-Heizung auskommt, die ihrerseits mit erneuerbarer Energie, zum Beispiel„grünem“ Strom, betrieben werden kann. Das funktioniert beispielsweise mit Wärmepumpen oder einer Niedertemperatur-Fernheizung.

„Wenn Gebäude mit erneuerbarer Energie versorgt werden sollen – und das ist Konsens – müssen sie dafür vorbereitet sein. Anders funktioniert es weder technisch noch vom Energiebedarf her. Eine vernünftig gedämmte Gebäudehülle ist der Türöffner für erneuerbare Energie,“sagt Christoph Dorn, Vorsitzender des VDPM.

zuletzt editiert am 01.04.2022