Ein Geschäftstreffen in einem modernen Konferenzraum mit mehreren Teilnehmern, die um einen großen Tisch sitzen.
Die AG Strukturwandel hat sich beim Bauteilehersteller in Baden-Baden zur Frühjahrssitzung getroffen. (Quelle: Schöck)

Fachhandel 2025-05-02T06:58:12.527Z Frühjahrssitzung der AG Strukturwandel

Ende April haben sich die Mitglieder der AG Strukturwandel des Gesprächskreis Baustoffindustrie – BDB e.V. auf Einladung von Schöck Bauteile in Baden-Baden getroffen. Nach einer kurzen Präsentation des gastgebenden Unternehmens durch Alfons Hörmann, Vorstandsvorsitzender bei Schöck, stand unter anderem der Bericht zu aktuellen Konjunkturdaten von Jörg Flasdieck, Senior Consultant Market Research bei Heinze, auf der Tagesordnung. Der Marktforscher berichtete mit Blick auf die flache badische Landschaft auf der einen Seite des Konferenzraums sowie die Weinberge auf der anderen, dass diese die aktuelle Lage ganz gut widerspiegeln: Die Talsohle sei erreicht, es werde wieder aufwärts gehen. Die Studienteilnehmer der letzten Marktforschung sehen eine leichte Aufwärtsbewegung von +0,3 Prozent, berichtete Flasdieck. Auch das Thema Baukosten sprach der Experte in seinem Vortrag an, ein Vergleich zeige, dass die Kosten für Bauleistungen seit Anfang 2010 deutlich stärker gestiegen seien als die Inflation.

Nach einem Bericht von BDB-Geschäftsführer Michael Hölker zu den Aktivitäten des Verbandes ging die Runde in eine Diskussion mit Jan O. Schulz von BSP Architekten, BDA, zum Thema „Regelstandard erleichtertes Bauen“. Der Architekt berichtete von Bauvorhaben in Schleswig-Holstein, wo durch dieses Vorgehen günstiger Wohnraum geschaffen wurde. Denn je höher der Standard, desto höher seien die Baukosten. So verteuere ein Tiefgaragenstellplatz beispielsweise je nach Region die Baukosten um 600 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter. Doch aufgrund entsprechender Urteile zu Baustandards und Normen in den vergangenen Jahren sei die Unsicherheit bei Planern und Architekten im Bezug auf einfacheres Bauen groß, sodass entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen nötig seien, um dieses Bauen zu forcieren. Schulz plädierte darüber hinaus für mehr Flexibilität: „Den Rohbau kann man 80-100 Jahre unverändert nutzen, aber das Drumherun sollte flexibler gestaltet werden. Denn dies ermöglicht eine leichtere Anpassung auf geänderte Nutzungssituationen und somit einen längeren Nutzungszeitraum.“ Außerdem sollten Produkte wartungsärmer gestaltet werden, da aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels künftig die Hände für eine regelmäßige Wartung fehlen würden beziehungsweise diese sich stark verteuern werde.

zuletzt editiert am 02. Mai 2025
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