Über 80 Teilnehmer aus dem Gesellschafterkreis und Vertreter der Industrie kamen nach Angaben der Eurobaustoff am 23. April in die Zentrale nach Bad Nauheim, um am ersten Holzbautag teilzunehmen. Geschäftsführer Hartmut Möller und Magnus Vogt, Fachbereichsleiter Vertrieb Holz, stimmten die Gäste laut Mitteilung in ihrer Begrüßung auf die Chancen und Potenziale des Holzbaus ein. Der Holzbau biete dem Fachhandel nicht nur eine sehr gute Möglichkeit, sich für nachhaltiges Bauen zu positionieren, sondern auch die Chance, gemeinsam mit den Partnern aus der Industrie das Geschäftsfeld Holzbau weiter auszubauen, führte Möller aus.
Den Auftaktvortrag hielt Philipp Park, Geschäftsführer der IG-Bauphysik, über den aktuellen Stand der Förderungen im Neubau sowie in der Sanierung und die sich daraus ergebenden möglichen Impulse für den Holzbau. So werde, laut Park, die Bestandssanierung im Sinne der Ressourcenschonung im Rahmen der Förderprogramme zunehmend höher bewertet.
Nachfolgend zeichnete Holzexperte Dipl.-Ing. Holger Meyer unter der Überschrift „Aktuelle Auftragsfelder im Holzbau“ für die Gesellschafter ein erstes Bild von den Themen, mit denen sich die Zimmerei- und Holzbaubetriebe derzeit auseinandersetzen. Dazu gehöre, dass sich das Holzbauhandwerk zunehmend zum Geschosshandwerk entwickeln werde, da aus wirtschaftlichen Gründen und unter Gewährleistungsaspekten die Hausgeschosse verstärkt aus einem Material gefertigt würden. Das Dachgeschoss einschließlich der Geschossdecke werde daher mehr und mehr komplett aus Holz gefertigt und dazu führen, dass sich das Holzbauhandwerk breiter aufstellt.
Welche Rolle das Thema Holz für Knauf Gips spielt, zeigte anschließend Thomas Thode, Verkaufsleiter Holzbau Knauf Gips, auf.
Mit einem Marktüberblick zu den Potenzialen im Holzbau trat Martin Langen, Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts B+ L Marktdaten, an das Rednerpult. Aus seiner Sicht bleibe die Lage nach wie vor herausfordernd, da der Wohnungsneubau weiterhin am Boden liege. Für die zweite Jahreshälfte rechnet Langen vor allem im Mehrfamilienhausbau jedoch mit einer positiven Wende. Ebenso prognostizierte er der Mitteilung zufolge auf dem Holzbautag, dass die derzeit steigende Nachfrage nach Bestandsimmobilien auch die Sanierung weiter beflügeln werde.
Nach dem Industrievortrag von Daniel Zahl, Vertriebsdirektor OSB Swiss Krono, und Johannes Gilliar, Vertrieb Region Süd/West, referierte Roland Fietz über Chancen für den Holzbau mit James Hardie. Im Anschluss nahm Holger Meyer unter der Überschrift „Wie ‚tickt‘ der Holzbauhandwerker - die Werkplanung als Schlüssel zum Erfolg“ seinen roten Faden vom Handwerk zum Handel wieder auf. Entscheidend sei dabei, dass sich der Fachhandel mit seinen Produkten und den dazugehörigen Dienstleistungen in das Netzwerk der Betriebe einbringe und es den Holzbauhandwerkern ermögliche, größere Projekte zu bearbeiten und sich dabei stärker auf den Vertrieb zu konzentrieren, so Meyer.
Andreas Müller, Vertriebsleiter West Isover, warb im Anschluss für eine enge Zusammenarbeit auch im Holzbau, bevor Meyer abschließend mit dem Thema „Entwicklungsschritte für den Fachhandel“ seine Handlungsempfehlungen für den „Zukunftsmarkt Holzbau“ skizzierte.
„Ich denke, manche waren überrascht, wie anspruchsvoll die Themen sind, aber wir haben sie bewusst gewählt und uns ja dann immer wieder darauf konzentriert, den Zimmerer kennenzulernen und zu analysieren. Und durch unseren Leitfaden sind alle jeweiligen weiteren Schritte für den Handel schon gegeben“, bilanzierte Holger Meyer, Dozent, Autor und Referent des Holzbautages.
Auch Magnus Vogt zog am Ende des ersten Holzbautages eine positive Bilanz: „Die durchweg positive Resonanz aus dem Kreis der Teilnehmer zeigt uns, dass es uns gelungen ist, mit einem durchaus ambitionierten Programm die Gesellschafter thematisch abzuholen und ihnen zu zeigen, dass es sich lohnt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Das lässt uns zuversichtlich in die Zukunft blicken und über eine Fortsetzung dieses Veranstaltungsformats nachdenken.“
