Für den bbs sind mineralische Roh- und Baustoffe essenziell für eine erfolgreiche Energie-, Verkehrs- und Bauwende
Für den Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden (bbs) sind mineralische Roh- und Baustoffe essenziell für eine erfolgreiche Energie-, Verkehrs- und Bauwende. (Quelle: HeidelbergCement AG / Steffen Fuchs)

Industrie

9. January 2023 | Teilen auf:

Der sinkenden Baukonjunktur aktiv entgegentreten

Die Baustoffindustrie fordert angesichts der sinkenden Baukonjunktur die zügige Umsetzung zentraler Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag, heißt es in einer Mitteilung des Bundesverbandes Baustoffe - Steine und Erden (BBS).

Die Stimmung in der Bauwirtschaft habe sich im Laufe des Jahres 2022 massiv verschlechtert, heißt es. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine habe die wirtschaftliche Unsicherheit deutlich erhöht, Energie maßgeblich verteuert sowie Material- und Baupreise erheblich ansteigen lassen. Baugenehmigungen und Auftragseingänge hingegen seien stark rückläufig. Im Jahr 2023 dürften nicht mehr als 250.000 neue Wohnungen gebaut werden, weit entfernt von dem im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel von 400.000. Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) blickt daher sehr verhalten auf das neu gestartete Jahr.

„Besondere Zeiten erfordern nicht nur besondere Maßnahmen, sondern auch entschiedenes politisches Handeln“, sagt Dr. Matthias Frederichs, bbs-Hauptgeschäftsführer. Gerade die Energieversorgung bereitet der Baustoffindustrie große Sorgen. Die Energiepreisbremsen hätten zwar einige Brände löschen können, dennoch seien die Instrumente zu kompliziert und nutzen den vollen Spielraum des EU-Beihilferechts nicht aus. Die aktuellen Preise dürften laut dem Verband nicht zur dauerhaften Realität werden. Im internationalen Vergleich seien 7 Cent für Gas und 12 Cent für Strom "weit von einem wettbewerbsfähigen Niveau entfernt" so Frederichs. Da zum Jahresende 2023 die Gasspeicher wieder gefüllt werden müssen, brauche es alle verfügbaren Kapazitäten am Netz, um die Gasverstromung zu entlasten. "Die Erneuerbaren müssen dringend weiter ausgebaut werden, doch auch ein temporärer Weiterbetrieb der Kernkraftwerke sowie eine Ausweitung der heimischen Erdgasförderung müssen ohne ideologische Vorbehalte ergebnisoffen geprüft werden“, wird Frederichs in der Mitteilung zitiert.

Damit der Bau seine Rolle als Stütze der Konjunktur weiter ausfüllen kann, bedarf es zielgerichteter Maßnahmen, wie die Vereinfachung ordnungsrechtlicher Vorgaben, die deutliche Erhöhung des Volumens bei der Neubauförderung sowie die Erweiterung der geplanten Wohneigentumsförderung im Hinblick auf die Stärkung der Eigenkapitalbasis, so der Bundesverband. Mit Blick auf die knappen Staatsfinanzen in Krisenzeiten verweist Frederichs auf die Rolle des Konjunkturmotors Bau: „Die gesamte Wertschöpfungskette Bau trägt dauerhaft zur Modernisierung unserer Volkswirtschaft bei und könnte Taktgeber für die gesellschaftliche Transformation und mehr Resilienz sein. Die Mittel wären also zukunftsfest investiert.“

zuletzt editiert am 09.01.2023