Zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesverband Porenbetonindustrie e.V. trafen sich Unternehmensvertreter am 18. Juni in der Hansestadt Danzig. Wie der Verband mitteilt, wurde dort Christian Bertmaring (Baustoffwerke Havelland) zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Heinz-Jakob Holland (H+H Deutschland), fast auf den Tag genau 10 Jahre lang Vorstandsvorsitzender, bleibt als Bertmarings Stellvertreter Mitglied des vierköpfigen Vorstands, dem laut Mitteilung auch Julian Cirkel (Cirkel) und Frederic Dörlitz (Hansa Baustoffwerke Parchim) angehören.
Bertmaring übernimmt den Vorstandsvorsitz in „enorm herausfordernden Zeiten“. „Wir brauchen jetzt mehr als jemals zuvor den Schulterschluss der Wissenschaft und Politik mit uns, den Unternehmen der Porenbetonindustrie“, wird der neue Vorstandsvorsitzende zitiert. Gemeinsam habe man in den zurückliegenden Jahren Antworten auf die sozialen, ökonomischen und ökologischen Fragen des Wohnungsbaus gefunden. Parallel hätte die deutsche Porenbetonindustrie den Weg in die dekarbonisierte Zukunft der Porenbetonherstellung und des Baustoffs bis 2045 vorgezeichnet. „Aber nun gefährden die zahlreichen, oft globalen Krisen nicht nur unsere Innnovations- und Investitionskraft – vor allem in die unabdingbare Dekarbonisierung – sondern sogar den Fortbestand unserer Werke.“ Die Nachfrage sei massiv eingebrochen, seit Rohstoff-, Energie- und Transportkosten explosionsartig angestiegen sind.
„Vieles blockiert aktuell das vor allem im Wohnungsbau dringend benötigte Wachstum“, wird Bertmaring in der Mitteilung zitiert. Sehe sich die Porenbetonindustrie gezwungen, weitere Werke zu schließen, vergrößere dies die Probleme. Die Folgen seien noch jahrzehntelang zu spüren. In der Bauwirtschaft und in den Regionen. „Fachkräfte wandern ab, Arbeitsplätze und über Generationen geschaffene Werte gehen verloren. Das ist kaum umkehrbar. Wiedererstarkt die Baukonjunktur, werden mit jedem verlorenen Werk Lieferengpässe bei Porenbeton die Folge sein.“
Der wertschätzende Blick auf den Baustoff Porenbeton sei aktuell allerdings „leider nicht en vogue“, so Holland. Seine Kritik an der politischen Bewertung neuerer Bauweisen: „Nicht alles, was als moderne, ökonomische und ökologische Alternative zum traditionellen Mauerwerksbau in den letzten Jahren gefördert wurde und zukünftig werden soll, erweist sich bei einer gründlichen, auch wissenschaftlichen Betrachtung als tatsächlich nachhaltiger.“
