Die Baustoff-Steine-Erden-Industrie blickt mit großer Unsicherheit auf das Jahr 2024. Wie der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) mitteilt, habe sich der Abschwung in der Bauwirtschaft 2023 massiv verschärft und ganz besonders den Wohnungsbau betroffen. „Deutschland befindet sich seit mittlerweile über anderthalb Jahren in einer handfesten Baukrise“, erklärt bbs-Hauptgeschäftsführer Matthias Frederichs. Die Baustoff-Steine-Erden-Produktion sei im vergangenen Jahr über alle Sektoren um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen. Besonders stark betroffen seien dabei die Bereiche gewesen, die schwerpunktmäßig in den Wohnungsbau liefern – etwa die Ziegel-, Kalksandstein- oder Porenbetonindustrie. Aber auch andere Industriezweige hätten starke Produktionsrückgänge gezeigt.
Nach einem schwierigen Jahr seien laut dem Dachverband der mineralischen Roh- und Baustoffindustrie auch die Weichenstellungen für 2024 nicht optimal verlaufen. „Die Einigung zum Bundeshaushalt 2024 führt allein durch die steigenden Übertragungsnetzentgelte zu Mehrkosten für die Baustoffindustrie von über 200 Millionen Euro. Daneben sind wichtige Beschlüsse des Baugipfels, etwa die angekündigte Aufstockung der Sanierungsförderung bei der Gebäudehülle, wieder zurückgenommen worden. Kurz zuvor war noch die Verdoppelung der LKW-Maut beschlossen worden, was weitere Mehrkosten von rund 400 Millionen Euro ab 2024 bedeutet“, wird Frederichs zitiert.
Für 2024 appelliert der bbs an die Bundesregierung, die baupolitischen Versprechungen einzuhalten und für mehr Planungssicherheit zu sorgen. Dazu gehöre in erster Linie die schnelle Umsetzung aller beim Wohnungsbaugipfel im vergangenen September beschlossenen Maßnahmen. Für die benötigten Impulse bei der Transformation im Immobilienbereich, bei der Infrastruktur und der industriellen Produktion müssen darüber hinaus langfristig belastbare Finanzierungswege gefunden werden, fordert der Verband.
