Der Baywa-Konzern hat die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2023 bekannt gegeben. Demnach erzielte das Segment Bau in den ersten sechs Monaten einen Umsatz von 978,8 Millionen Euro, ein Rückgang von 15,7 Prozent (Vorjahr: 1,2 Milliarden Euro). Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) musste das Münchner Unternehmen im Segment Bau einen deutlichen Einbruch hinnehmen. So schrumpfte das EBIT im ersten Halbjahr um 98,4 Prozent auf 0,7 Millionen Euro (Vorjahr: 43,5 Mio. Euro).
Während der Gewerbe- und Infrastrukturbau von höheren Investitionen profitieren würden, sei der inländische Wohnungsbau unter den hohen Zinsen und rückläufigen Kreditvergaben eingebrochen, heißt es vonseiten der Baywa. Das würden vor allem die Bereiche Hochbau und Dach spüren, daher werde man den Vertrieb verstärkt auf den Bereich Gebäudesanierung ausrichten.
Standorte auf dem Prüfstand
Darüber hinaus schließt das Unternehmen den Verkauf oder die Schließung von Standorten nicht aus. So würden vier bis sechs strategisch nicht relevante Standorte auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft.
Die Baywa spricht in der Mitteilung zu den Halbjahreszahlen bezogen auf das Segment Bau selbst von einer Durststrecke, die allerdings von beschränkter Dauer sein werde, da sowohl der Bedarf an Wohnraum als auch die Notwendigkeit der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden ungebrochen seien. Das zeige auch die Erwartung an den Ergebnisbeitrag der Baywa Bau Projekt GmbH: Diese bleibe von der schwachen Marktentwicklung im Wohnungsbau unberührt und werde ihre Ziele in diesem Jahr erreichen. Insgesamt geht der Münchner Konzern davon aus, dass das Segment Bau im zweiten Halbjahr im Ergebnis zulegen werde.
Über alle Segmente hinweg sieht sich der Baywa-Konzern weiter auf Kurs und meldet ein insgesamt starkes erstes Halbjahr 2023. So erzielte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein EBIT in Höhe von 186,9 Millionen Euro (Vorjahr: 328,5 Millionen Euro). Der Umsatz lag im Berichtszeitraum mit 12,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 12,9 Milliarden Euro) annähernd auf dem Niveau des Vorjahres. Das Unternehmen geht für das laufende Geschäftsjahr weiterhin von einem Ergebnis zwischen 320 und 370 Millionen Euro aus.
„Nach dem Ausnahmejahr 2022 entwickeln sich die Geschäfte überwiegend so, wie von uns erwartet. Die Preise für Rohstoffe, Betriebsmittel und Baumaterial haben sich auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. Das spüren wir bei den Handelsmargen und damit im Ergebnis“, kommentiert der Baywa-Vorstandsvorsitzende Marcus Pöllinger die Zahlen. Gleichzeitig habe sich fundamental nichts geändert – weltweite Ernährungssicherheit, Ausbau der erneuerbaren Energien, Schaffung von Wohnraum und die energieeffiziente Sanierung von Gebäuden würden politisch wie gesellschaftlich die entscheidenden Themen bleiben. „Genau in diesen Bereichen ist die Baywa breit und international positioniert und damit robust gegenüber den komplexen Marktbedingungen, die derzeit vorherrschen“, so Pöllinger.
