Ein Mann in einem dunklen Anzug sitzt auf einem Stuhl in einem minimalistischen Raum.
Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Baustoffe. (Quelle: BBS)

Industrie 2025-03-04T10:05:43.434Z Baustoffproduktion 2024 erneut gesunken

Die Baustoffproduktion in Deutschland befindet sich laut dem Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (BBS) weiterhin in der Krise: Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verzeichnete die Branche im Jahr 2024 erneut ein Minus von 6,5 Prozent. Damit habe sich der negative Trend bereits im dritten Jahr in Folge fortgesetzt – insgesamt betrage der Produktionsrückgang seit 2021 rund 25 Prozent, so der BBS.

Angesichts dieser Entwicklung fordert der Verband ein Sofortprogramm von der neuen Bundesregierung, um den anhaltenden Kapazitätsabbau zu stoppen. „Seit drei Jahren warnen wir vor Werksschließungen. Die schleichende Deindustrialisierung ist längst keine bloße Befürchtung mehr – sie wird Tag für Tag Realität“, sagt Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des BBS. Besonders hart trifft es laut dem Verband weiterhin jene Baustoffhersteller, die stark vom Wohnungsbau abhängig sind. So sank die Dach- und Mauerziegelproduktion laut Statistischem Bundesamt allein im Jahr 2024 um 12 Prozent und liegt im Vergleich zu 2021 um mehr als 45 Prozent niedriger. Auch andere Mauerwerkserzeugnisse wie Kalksandstein und Porenbeton mussten Produktionsrückgänge von bis zu 50 Prozent hinnehmen.

„Der Bedarf an mineralischen Baustoffen für bezahlbaren Wohnraum, energieeffiziente Gebäude und eine moderne Infrastruktur ist groß – doch die politischen Rahmenbedingungen verhindern, dass diese Nachfrage aktiviert wird“, so Frederichs. Von der künftigen Bundesregierung fordert der Hauptgeschäftsführer in einer Mitteilung verlässlichere Rahmenbedingungen. Förderprogramme müssten kontinuierlich zu denselben Fördersätzen laufen, ebenso dürfe es auf absehbare Zeit zu keinen weiteren Kostensteigerungen durch verschärftes Baurecht kommen. Darüber hinaus müsse die Baukonjunktur so schnell wie möglich, idealerweise durch ein Sofortprogramm, wieder anlaufen. Der Wohnungsbau könnte in dessen Rahmen durch einen zeitlich befristeten Abschreibungs-Sonderbonus von 3 Prozent „wiederbelebt“ werden, heißt es vom BBS.

Im vierten Quartal 2024 verzeichnete die Baustoffproduktion erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder einen leichten Zuwachs von vier Prozent. Von Entwarnung zu sprechen, wäre dem BBS zufolge aber angesichts der zu volatilen Rahmenbedingungen deutlich zu früh. „Unter den aktuellen Bedingungen rechnen wir für 2025 mit einer Produktion auf Vorjahresniveau – bestenfalls“, so Frederichs.

zuletzt editiert am 04. März 2025
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