Kiesgrube (Quelle: Pixabay)
Kiesgrube: Der Bedarf nach Rohstoffen bleibt hoch. (Quelle: Pixabay)

Industrie

22. April 2022 | Teilen auf:

Baustoffindustrie veröffentlicht Studie zur Rohstoffnachfrage bis 2024

Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) hat eine Studie über „Die Nachfrage nach Primär- und Sekundärrohstoffen der Steine-Erden-Industrie bis 2040 in Deutschland“ veröffentlicht. Damit werden die Untersuchungen aus den Jahren 2013, 2016 und 2019 im Sinne eines kontinuierlichen Monitorings fortgeschrieben. „Die Studie zeigt, dass trotz weiterer Steigerung der Ressourceneffizienz auch in Zukunft erhebliche Mengen an primären Steine-Erden-Rohstoffen benötigt werden“, so Hauptgeschäftsführer Michael Basten. Dies sei nicht zuletzt auf die baupolitischen Herausforderungen am Wohnungsmarkt, bei der Modernisierung der Infrastruktur und der energetischen Gebäudesanierung zurückzuführen.

Die Studie wurde unter Zugrundelegung zweier volkswirtschaftlicher Szenarien und der Substitution von Primär- durch Sekundärrohstoffe durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und die SST Ingenieurgesellschaft Aachen erstellt. Danach liegt die Nachfrage nach primären Steine-Erden-Rohstoffen bei einer relativ geringen wirtschaftlichen Dynamik (Bruttoinlandsprodukt: real +0,7 Prozent pro Jahr) in 2040 bei gut 480 Millionen Tonnen. Im Vergleich zum Basisjahr 2019 (rund 580 Millionen Tonnen) wäre dies ein Rückgang um 100 Millionen Tonnen. Bei einem stärkeren wirtschaftlichen Wachstum (Bruttoinlandsprodukt: real +1,6 Prozent pro Jahr) steigt die Nachfrage nach primären Steine-Erden-Rohstoffen auf knapp 600 Millionen Tonnen an und liegt damit leicht über dem Niveau des Basisjahres 2019.

Der ressourcenschonende Einsatz von Sekundärrohstoffen dürfte je nach wirtschaftlicher Entwicklung laut der Studie im Jahr 2040 bei 90 bis 100 Millionen Tonnen liegen. „Mit einer Substitutionsquote von rund 15 Prozent und der Verwertung von rund 90 Prozent aller mineralischen Bauabfälle leistet die Branche einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. In Zukunft müssen wir uns allerdings auf erhebliche Veränderungen und Angebotsverknappungen am Sekundärrohstoffmarkt einstellen“, so Basten. Mit der Dekarbonisierung der Volkswirtschaft werde das Angebot von Hüttensand aus der Stahlindustrie und von REA-Gips aus der Kohleverstromung zurückgehen beziehungsweise sogar vollständig entfallen. Sie müssen dem Verband zufolge daher durch andere Primär- oder Sekundärrohstoffe ersetzt werden.

Die Studie ist online unter www.baustoffindustrie.de abrufbar.

zuletzt editiert am 02.05.2022