Kräne
Immer mehr Bauunternehmen klagen über Auftragsmangel. (Quelle: Pixabay)

2023-08-21T05:53:22.789Z Auftragsmangel im Wohnungsbau erreicht Rekordhöhe

Der Absturz im Wohnungsbau setzt sich fort. Im Juli klagten 40,3 Prozent der Unternehmen über Auftragsmangel, nach 34,5 Prozent im Juni, wie aus der aktuellen Umfrage des Ifo Instituts hervor geht. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 10,8 Prozent. „Es braut sich ein Sturm zusammen. Nach einem langjährigen Boom würgen die höheren Zinsen und die drastisch gestiegenen Baukosten das Neugeschäft förmlich ab“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo Umfragen. 

Seit dem Frühling 2022 seien auffällig viele Auftragsstornierungen im Wohnungsbau zu beobachten. Aktuell klagten laut dem Ifo Institut 18,9 Prozent der Betriebe über abgesagte Projekte, nach 19,2 Prozent im Vormonat. Im langfristigen Mittel habe der Anteil lediglich 3,1 Prozent betragen. Betrachte man nur die Jahre bis 2021, waren es lediglich 1,5 Prozent. „Der Wohnungsbau steht unter starkem Druck. Auf der einen Seite werden kontinuierlich bestehende Aufträge storniert, auf der anderen Seite kommen immer weniger Neuaufträge rein”, so Wohlrabe. 

Viele Unternehmen zehren den Angaben zufolge noch von den Auftragspolstern, die sie in besseren Zeiten aufbauen konnten. Für einige Betriebe werde die Situation allerdings schon bedrohlich. Im Rahmen der jüngsten Umfrage meldeten 10,5 Prozent der Wohnungsbauunternehmen Finanzierungsschwierigkeiten. Im Vorjahr waren es nur halb so viele. „Viele Projekte sind unter den neuen Rahmenbedingungen für Investoren nicht mehr rentabel, und auch private Bauleute haben zunehmenden Probleme, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen“, sagt Wohlrabe. Für die kommenden Monate rechnet eine Mehrheit der Unternehmen mit einer weiteren Abkühlung. Die Geschäftserwartungen lagen bei außerordentlich schwachen minus 52,1 Punkten.

zuletzt editiert am 21. August 2023
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