Industrie 2020-04-07T07:12:40Z Ziegelindustrie erwartet Produktionsrückgang im zweiten Quartal

Nach einem wirtschaftlich guten ersten Quartal 2020 sieht sich die deutsche Ziegelindustrie zunehmend mit Auswirkungen der Corona-Pandemie konfrontiert. Quer durch alle Regionen und Produktbereiche werde ein deutlicher Produktionsrückgang im zweiten Quartal erwartet, wie der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie mitteilt. Hauptursache seien zunächst geschlossene Baustellen im europäischen Ausland.
Die Ziegelhersteller sehen sich grundsätzlich gut gerüstet, um die Krise zu bewältigen, wie eine aktuelle Verbandsumfrage zeige. Verbandspräsident Stefan Jungk sieht in der Regionalität der Ziegelbranche einen entscheidenden Standortvorteil: "Rohstoffe, Produktion und Baustellen liegen nah beieinander. Dabei dominieren nicht die ganz großen Baustellen, sondern viele kleinere bis mittlere, auf denen unsere Produkte verarbeitet werden. Hygiene- und Abstandsregeln sind dort besonders gut einzuhalten. Wir bleiben für unsere Kunden lieferfähig. Und im Gegensatz zu anderen Branchen sind wir im Wesentlichen unabhängig von internationalen Warenströmen."
Vizepräsident Hans Helmut Jacobi konstatiert für die Dachziegler einen bislang bundesweit robusten Sanierungsmarkt: "Unsere Partner sind die Verarbeiter. Solange die Dachdeckerbetriebe arbeitsfähig sind, könnten wir als Industrie mit einem blauen Auge davonkommen."
Die traditionell starke bayerische Ziegelindustrie sieht sich nach Angaben des Verbands im Inland dank der hauptsächlich regional geprägten Wertschöpfungskette trotz der Pandemie gefestigt. Im Export gebe es deutliche Einschränkungen, da es in Österreich und Italien kaum noch Bautätigkeit gebe.

zuletzt editiert am 12. August 2020
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