Hans Helmuth Jacobi, Stefan Jungk, Dr. Matthias Frederichs und Johannes Edmüller (v. l.) wollen die Themen Energieeffizienz, Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft für die Ziegelindustrie aktiv vorantreiben. Quelle: BV Ziegel

Industrie

06. October 2020 | Teilen auf:

Ziegelindustrie erarbeitet Roadmap zur Klimaneutralität

Auf ihrer Mitgliederversammlung stellte der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie die Weichen für mehr Nachhaltigkeit in der Ziegelindustrie. „Obwohl die deutsche Ziegelindustrie ihren CO2-Ausstoß seit 1990 um 40 Prozent reduziert hat und damit im internationalen Vergleich vorbildlich ist, werden und wollen wir unsere Bemühungen weiter erhöhen“, sagte Präsident Stefan Jungk. Zum Jahresbeginn 2021 werde der Verband eine Roadmap erarbeiten, die aufzeigt, welche Maßnahmen und Investitionen nötig sind, um bis 2050 eine weitgehend klimaneutrale Produktion zu erreichen.

Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Frederichs kündigte an, dass Nachhaltigkeitsthemen zukünftig noch stärker in den Fokus der Verbandsarbeit rücken werden. „In der politischen Diskussion gilt es mehr denn je, bestehende Informationsdefizite in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Ziegel auszuräumen. Diese Wissenslücken wollen wir durch neue Veröffentlichungen eine Intensivierung der Pressearbeit und eine zielgerichtete politische Kommunikation schließen.“

Für Aufmerksamkeit sorgte das Anfang September veröffentlichte Positionspapier des Netzwerks Nachhaltiger Massivbau, in dem der Bundesverband der Ziegelindustrie gemeinsam mit 29 weiteren Verbänden und Institutionen der Bauwirtschaft für Technologieoffenheit und gegen die einseitige Bevorzugung einzelner Bauweisen beziehungsweise Bauprodukte plädierte.

Trotz einer derzeit noch relativ stabilen Marktlage bleibe die Sorge um mögliche zeitversetzte Nachfragerückgänge weiter bestehen. „Wenn sich die Konjunktur so schnell erholt wie erhofft, werden wir mit einem blauen Auge durch die Krise kommen. Dauert der coronabedingte Wirtschaftseinbruch länger, werden die Folgen auch in der Baubranche Spuren hinterlassen“, so Jungk.