Die Auftragseingänge in der baden-württembergischen Bauwirtschaft sind im Monat April deutlich eingebrochen - und zwar in allen Bausparten. Verglichen zum Vorjahresmonat waren es 26,5 Prozent weniger Aufträge, die die Bauunternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten verzeichnen konnten. Besonders stark war der Rückgang mit -44,3 Prozent im Wirtschaftsbau. Aber auch der öffentliche Bau musste mit -15,5 Prozent kräftig Federn lassen. "Damit sind die Auswirkungen der Corona-Krise inzwischen auch in unserer Branche angekommen", erklärt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. "Besonders die Entwicklung im Wirtschaftsbau bereitet uns zunehmend Sorgen."
Mit Blick auf die aktuellen Zahlen verweist Möller allerdings darauf, dass sich der Auftragseingang im Wert von knapp 870 Millionen Euro im Monat April dieses Jahres nach wie vor auf sehr hohem Niveau bewegt. Zudem gäbe es einen gewissen Basiseffekt, da der April-Wert 2019 mit Abstand der höchste Auftragswert seit 1995 war. Dennoch sei der starke Auftragsrückgang, beispielsweise im öffentlichen Bau, ein Alarmsignal, vor dem die Branche im Zuge des Corona-Lockdowns frühzeitig gewarnt hat. Hier seien klar die öffentlichen Auftraggeber in der Verantwortung.
2020-06-18T10:04:00Z Weniger Aufträge für die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg
zuletzt editiert am 12. August 2020