Industrie 2019-10-25T08:31:42Z Mitarbeiter richtig begeistern

Würde man alle Mitarbeiter in Deutschland für ihren Job begeistern können, würde nach Angaben der Studien-Autoren Wiebke Köhler und Prof. Dr. Ingo Hamm jährlich ein Wertbeitrag von 275 Milliarden Euro entstehen.
Unter Mitarbeiterbegeisterung ist das positive Zusammenwirken von Arbeit, Führung und Rahmenbedingungen zu verstehen, so dass Arbeitnehmer mit Eigeninitiative, Engagement und Freude bei der Arbeit sind – und an das Unternehmen gebunden werden. Führungskräfte stehen bei diesem Thema vor besonderen Fragestellungen, denn sie müssen sich neben ständigen Veränderungen ihrer Geschäftsbereiche auch um die kostbare Ressource Mitarbeiter kümmern.
Die junge Generation von Arbeitnehmern hat zudem eine hohe Anspruchshaltung gegenüber Arbeitgebern, und der Kampf um Talente stellt eine große Herausforderung für die Personalabteilungen aller Unternehmen dar. Die Autoren der Studie haben im Rahmen ihrer Untersuchungen festgestellt, dass lediglich zehn Aspekte von 80 untersuchten Themenfeldern haben einen nachweisbar hohen Einfluss auf Mitarbeiterbegeisterung haben.
Die in Deutschland erreichte Mitarbeiterbegeisterung beläuft sich auf 64 Prozent und zeigt damit hohes Verbesserungspotential auf. Nur 10 Prozent der Befragten zeigen überhaupt eine Mitarbeiterbegeisterung von über 91 Prozent. Diese Begeisterung variiert kaum mit der Unternehmensgröße, ist jedoch in Branchen wie Bau, IT und Tourismus höher als im Durchschnitt.
Alte Arbeitswerte zählen noch immer
Verblüffend dabei ist auch, dass nicht die aktuellen, stark gehypten Begriffe der „New Work“-Bewegung wie Agilität, freies Einteilen von Arbeit und Arbeitszeit oder Offenheit/Toleranz von Bedeutung sind, sondern eher althergebrachte Werte wie eine erfüllende Tätigkeit im Sinne von „Berufung“. Dicht darauf folgt der Wunsch nach Sicherheit und Fürsorge durch den Arbeitgeber. Ein vertrauensvolles Arbeitsverhältnis und eine hohe Verlässlichkeit des Arbeitgebers stehen ebenso weit oben im Wertekanon.
Auch der Führungsstil an sich ist ein wesentlicher Treiber der Mitarbeiter-Begeisterung. Gewünscht wird eine „authentische Führung“, im Sinne von „der Arbeitgeber soll als Vorbild dienen.“ Führungskräfte sollen also Werte vorleben und zu diesen nach innen wie außen sichtbar stehen. Ebenso sollen Vorgesetzte Strategien klar und verständlich vermitteln und den Mitarbeitern die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung geben.
Fazit
Vorgesetzte müssen sich um ihre Mitarbeiter kümmern, diese aber nicht verhätscheln. Sie müssen authentisch, wahr und klar sein, Strategien und Wege deutlich und verständlich erklären. Immer wieder neue, ultramoderne Führungsstile verwirren und demotivieren. Wichtiger als die freie Einteilung von Arbeitszeiten oder andere Hypes des New Works seien solide Führung und verlässliche, dauerhafte Strukturen, um die Mitarbeiter zu begeistern.

zuletzt editiert am 12. August 2020
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