Die Experten beim Innovationsforum 2020 (v. l.): Alexander Zimmermann (Masa), Roland Meißner (Geschäftsführer Bundesverband Kalksandsteinindustrie), Jochen Bayer (Vorstandsvorsitzender Bundesverband Kalksandsteinindustrie) und Prof. Frank Ulrich Vogdt (TU Berlin). Quelle: Henning Stauch/Bundesverband Kalksandsteinindustrie

Industrie

09. October 2020 | Teilen auf:

Kalksandsteinindustrie diskutiert beim Innovationsforum über Wege zur Klimaneutralität

Beim Klimaschutz steht nicht nur die Kalksandsteinindustrie in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Für das Ziel „Klimaneutralität“ muss die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft erheblich umgebaut werden, damit von 2050 an keine neuen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre gelangen. Darüber diskutierten Experten aus Praxis und Lehre mit den Teilnehmern des Innovationsforums der Kalksandsteinindustrie, das am 16. September in Hannover stattfand.

Da aktuell rund zwei Drittel der verursachten CO2-Emissionen im gesamten Kalksandstein-Produktionsprozess auf die Verwendung des Rohstoffs Kalk zurückzuführen seien, komme dieser Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität eine besondere Rolle zu. Die Kalkindustrie gehe sogar noch einen Schritt weiter: „Energieeffiziente Öfen waren für die Kalkindustrie schon immer ein wesentliches Thema, da die Kalkproduktion hoch energieintensiv ist. Durch unsere Prozessemissionen sind wir aber auch CO2-intensiv. Hier verstärken wir daher unsere Anstrengungen um ein Vielfaches. Denn wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2050 nicht nur klimaneutral zu produzieren, sondern durch unsere Produkte sogar klimapositiv zu werden“, sagt Martin Ogilvie, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Kalkindustrie.

Um das übrige Drittel an Emissionen aus der eigentlichen Kalksandsteinherstellung zu reduzieren, müssten die Herstellungsprozesse sowie der Maschinenpark der Kalksandsteinwerke entsprechend optimiert werden. Und das möglichst zeitnah. Denn bereits ab 2021 seien für alle Kalksandsteinwerke je nach Emissionshöhe CO2-Abgaben in nicht unbeträchtlichem Umfang zu leisten. Hier sei auch Zulieferindustrie gefragt, Lösungsansätze zu bieten. Wie diese aussehen könnten, zeigten Hersteller und Lieferanten von Werkskomponenten im Rahmen weiterer Vorträge.

Damit sei klar, dass die Kalksandsteinindustrie in den nächsten Jahrzehnten vor erheblichen Herausforderungen stehe, um ihren Teil zum Erreichen der Klimaziele beizutragen und in einem ersten Schritt ihre Ökobilanz weiter zu verbessern. „Wir sehen diese Veranstaltung als Kick-off und Anstoß für die Veränderung einer ganzen Industrie und werden uns künftig alle Bereiche des Lebenszyklus von Kalksandstein detailliert anschauen und daraus entsprechende Maßnahmen einläuten“, resümiert Roland Meißner, Geschäftsführer des BV KSI, das Kalksandstein-Innovationsforum 2020.