Das Eurobaustoff-Zentrallager Nord bedient 63 Gesellschafter mit 183 Standorten, flächendeckend über Norddeutschland verteilt. Foto: Eurobaustoff

Industrie 2018-12-05T09:02:00Z Eurobaustoff-Zentrallager in der Vorreiterrolle

baustoffmarkt: Eurobaustoff implementiert derzeit den ersten Echtbetrieb von DESADV (elektronisches Lieferavis) und NVE (Nummer der Versandeinheit) im Zentrallager Nord in Sittensen. Was ist die Idee hinter dem Projekt?
Ralf Gräbe: Zunächst darf ich Ihnen sagen, dass wir uns freuen, am 27. September 2018 vor der Arbeitsgruppe für Logistik im Gesprächskreis einen funktionierenden Ablauf mit DESADV und NVE präsentiert zu haben. Die Präsentation hat gezeigt, wie im Wirtschaftsbereich Bau elektronische Prozesse umgesetzt werden können, die in anderen Branchen längst gang und gäbe sind. Die EDIFACT – Geschäftsvorfälle Auftrag (ORDERS), Auftragsbestätigung (ORDRSP) und Lieferavis (DESADV) sind grundlegend für den vollelektronischen Informationsfluss in der Lieferkette.
Nun zur Frage: Die Grundidee ist ein komplett elektronischer Prozess in der supply chain. Die Industrie erhält die Aufträge vom Handel im ORDERS-Verfahren. Die Aufträge sind nach den Vorgaben der GS1 – Köln standardisiert und werden von der Auftragserteilung im Handel bis hin zur Warenvereinnahmung im Lager des Handels ohne händische Eingriffe gesteuert. Dabei hat der Lieferant den Vorteil, per ORDERS empfangene Aufträge nicht mehr erfassen zu müssen. Das spart Aufwand, Kosten und verhindert Erfassungsfehler.
Im Gegenzug zieht der Handel einen Vorteil durch die maschinelle Verarbeitung der Bestellbestätigung ORDRSP und des Lieferavis DESADV. Die händische Gegenprüfung der eingegebenen Ware mit dem erteilten Auftrag wird automatisch durchgeführt. Im DESADV wird maschinenverarbeitbar gemeldet, welche Artikel auf welcher Palette liegen. Die Palette wird durch die NVE, Nummer der Versandeinheit, identifiziert und kann durch einfachen Scannerclick vereinnahmt werden. Damit entfällt der zurzeit noch übliche Papierkrieg, zudem werden Aufwand und Kosten gespart und Fehlermöglichkeiten eliminiert. Dementsprechend entsteht auf Handels- und Industrieseite eine Win-win-Situation, und beide finden den Anschluss an längst laufende digitale Prozesse.

zuletzt editiert am 12. August 2020