Die deutsche Klebstoffindustrie konnte in 2019 über alle Schlüsselmarktsektoren ein Gesamtwachstum vom etwa 1,5 Prozent generieren, wie der Industrieverband Klebstoffe (IVK) jetzt meldete. In 2018 hatte ein Gesamtumsatz von circa 4 Milliarden Euro erzielt werden können. Die Wachstumstreiber seien im Wesentlichen die baunahen Klebstoffabnehmer-Branchen gewesen. Vor dem Hintergrund eingetrübter Wachstumsprognosen – unter anderem auf Grund von Handelskonflikten, Strafzöllen, dem anstehenden Brexit und einer unvorhersehbaren Entscheidungsbildung in der EU – habe sich die deutsche Klebstoffindustrie 2019 in einem anhaltend heterogenen und volatilen wirtschaftlichen Umfeld bewegt.
Nach einer insgesamt zufriedenstellenden Marktentwicklung für Klebstoffe in den ersten Monaten 2020 wurde auch die deutsche Klebstoffindustrie im März 2020 von der globalen Coronavirus-Pandemie getroffen – wobei der Grad der Betroffenheit in den verschiedenen Schlüsselmärkten unterschiedlich ausgeprägt sei: Während Hersteller von Produkten für die Automobilindustrie unmittelbar und im vollen Umfang vom sofortigen Shutdown dieses Marktsegmentes betroffen sind, verzeichneten die Anbieter von Klebstoffsystemen in den Bereichen (Lebensmittel-) Verpackungen, Hygieneartikel, Medizin, Medizintechnik, Pharmazie sowie im Marktsegment ‚Elektronik‘ nach wie vor stabile Umsätze.
Vor diesem Hintergrund sei eine auch nur annähernd verlässliche beziehungsweise seriöse Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Klebstoffindustrie für das Jahr 2020 derzeit nicht möglich.

Dr. Boris Tasche ist Vorstandsvorsitzender des Industrieverband Klebstoffe. Foto: IVK
Industrie 2020-05-26T09:13:18Z Deutsche Klebstoffindustrie kann in 2019 leicht wachsen
zuletzt editiert am 12. August 2020