Die Bauunternehmen kommen bislang gut durch die Corona-Krise. Quelle: Bild: Pixabay

Bauwirtschaft

04. December 2020 | Teilen auf:

Bauunternehmen laut PwC-Studie kaum von Corona betroffen

Die Bauindustrie kommt bislang relativ gut durch die Corona-Krise: 80 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre Geschäftsaktivitäten nur wenig oder gar nicht von Covid-19 betroffen sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung im Auftrag von PwC Deutschland unter 100 Bauunternehmen, Planern und Projektsteuerern. Die Planer sind laut der Studie deutlich häufiger von Corona betroffen als die Bauunternehmer: Während jeder dritte Planer und Projektsteuerer über spürbare Corona-Auswirkungen berichtet, ist es unter den Bauunternehmen nur jeder siebte. "Trends und Entwicklungen treffen die planende Seite meist früher als die ausführende. Insofern überrascht es nicht, dass Planer im Vergleich zu den Bauunternehmen bislang stärker von der Corona-Krise betroffen sind", sagt Rebekka Berbner, Partnerin bei PwC Deutschland im Bereich Capital Projects & Infrastructure. "Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die gesamte Branche vergleichsweise gut durch die Pandemie kommen wird".

Digitale Lösungen spielen spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie eine immer wichtigere Rolle: 84 Prozent der Befragten sehen die Digitalisierung in der Krise als große Hilfestellung. "Die Unternehmen nutzen seit dem Ausbruch der Pandemie verstärkt digitale Lösungen für die Kommunikation, etwa Videokonferenzen, und setzen auf den digitalen Austausch von Arbeitsständen. Bei der Digitalisierung der Arbeitsabläufe und Arbeitsweisen gibt es jedoch noch immer viel Luft nach oben", so die Einschätzung von Christian Elsholz, Partner bei PwC Deutschland im Bereich Capital Projects & Infrastructure.

Und auch beim Thema Building Information Modeling (BIM) klafft der Studie zufolge eine Lücke zwischen dem Potenzial und den eigenen Fähigkeiten: 62 Prozent halten das digitale Planen und Bauen, welches ab 2021 bei der Planung aller öffentlichen Bundesprojekte verpflichtend wird, für eine große Chance. Aber nur 27 Prozent der Planer und lediglich 16 Prozent der Bauunternehmen verfügen über das nötige Know-how.

"Fest steht: Die Pandemie hat auch in der Bauindustrie einige langfristige Entwicklungen angestoßen. So werden in Zukunft nicht nur die Zusammenarbeit und die Abstimmungsprozesse digital stattfinden. Auch die Planung und der Bauablauf werden nach und nach digitalisiert, während neue Geschäftsmodelle entstehen. Dieser Prozess der Digitalisierung läuft in der Bauindustrie vergleichsweise langsam ab, denn er erfordert einen echten Kulturwandel", so das Fazit von Elsholz.