Franz-Peter Tepaß, Sprecher des Vorstandes im BHB, und BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst bei der Jahrespressekonferenz 2020 in Köln. Quelle: BHB

Bauwirtschaft

17. August 2020 | Teilen auf:

Baumarktbranche wächst im ersten Halbjahr zweistellig

Die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland haben die erste Phase der Corona- Krise seit März nach Angaben des BHB gut bewältigt und sind im ersten Halbjahr deutlich gewachsen.

Wie der Branchenverband mitteilt, verbuchten die Handelsbetriebe der DIY- und Gartenbranche in Deutschland im ersten Halbjahr einen Umsatz von 11,82 Milliarden Euro und damit einen Zuwachs von +15,6 Prozent (auf bereinigter Fläche von +16,0 Prozent). Auch die DIY-Händler in Österreich (1,49 Milliarden Euro, + 8,3 Prozent, flächenbereinigt +7,1 Prozent) und der Schweiz (1,82 Milliarden CHF, + 3,5 Prozent, flächenbereinigt +3,6 Prozent) verzeichneten in der Krise trotz teils langer Marktschließungen Wachstumsraten.

Waren zunächst rund ein Viertel aller Bau-und Gartenfachmärkte in Deutschland (in Österreich und der Schweiz über viele Wochen sogar fast alle Märkte) im Zuge des ersten Shutdowns auf behördliche Anweisung geschlossen, änderte sich dieses Bild jedoch schnell. „Die Größe unserer Verkaufsflächen war eine gute Ausgangsbasis für hohe Sicherheitsstandards. Es galt dann sofort, für die hohe Mitarbeiterzahl und die Kunden aufwändige Sicherungsmaßnahmen einzurichten und Konzepte zur sicheren Kundenführung zu entwickeln und umzusetzen“, sagt BHB-Vorstandssprecher Peter Tepaß. Ein Grund für die Sonderöffnung sei die breite und tiefe Sortimentierung der DIY-Handelsunternehmen und dadurch die Abdeckung vieler, systemrelevanter Leistungen gewesen.

Veränderungen gab es laut Mitteilung infolge der Pandemie bei den einzelnen Sortimentsgruppen. So habe in Pandemiezeiten vor allem der Gartenbereich davon profitiert, dass die Menschen in Deutschland in ihrem Zuhause repariert, saniert, renoviert und dekoriert haben. Insgesamt rangieren nahezu alle Produktgruppen in deutschen Bau-und Gartenfachmärkten zum Halbjahr meist deutlich im Plus. Unterperformer gab es nur in den Segmenten Automotive (-7,9 Prozent) beziehungsweise Technik/Büro/Unterhaltung (-7,4 Prozent).

Die derzeit guten Zahlen stellen zunächst einmal nur eine Momentaufnahme in einer sehr volatilen Sonderkonjunktur dar, wie der Verband in der Mitteilung betont. Auf ein insgesamt positives Umsatz- und dann in der Folge auch ein gutes Jahresergebnis werden die nächsten Monate entscheidenden Einfluss haben, heißt es. „Dennoch befinden wir uns in einer vergleichsweise ausgezeichneten Ausgangslage“, schaut Dr. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer des BHB, optimistisch in die Zukunft. Neben den puren Umsatzfakten würden auch die Ergebnisse einer BHB-Sonderumfrage durch den Kundenmonitor der ServiceBarometer AG deutliche Positiv-Signale nachweisen (Erhebung im Juni 2020). So haben 81 Prozent der Befragten in den vergangenen sechs Monaten in einem Bau-oder Gartenfachmarkt eingekauft. Dies seien bislang unerreichte Werte, so der Verband.