Fehlendes Personal in den Bauverwaltungen bedroht die Bautätigkeit. Foto: Redaktion

Bauwirtschaft

21. April 2020 | Teilen auf:

Baugewerbe mahnt fehlendes Personal in Bauverwaltungen an

"Auf vielen Baustellen kann derzeit weiterhin gearbeitet werden. Allerdings darf die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in der öffentlichen Verwaltung die Bautätigkeit nicht behindern", sagt Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), in der Diskussion um schrittweise Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen.
In den Städten und Gemeinden scheitert die Durchführung von Baumaßnahmen dem Verband zufolge zunehmend an fehlenden Personalkapazitäten in den Genehmigungsbehörden. So würden unter anderem Ausschreibungen zurückgestellt und Baugenehmigungen nicht mehr erteilt. Der Verbandspräsident fordert in einer Mitteilung daher, die Aktivitäten in den Bauverwaltungen wieder hochzufahren. "Wo nötig, müssen bestehende Prozesse der Bauämter an die derzeitige Lage angepasst werden, zum Beispiel in der Bauplanung. Hierzu muss geprüft werden, ob über Bebauungspläne und weitere baurechtliche Fragen auch ohne Sitzung des Gemeinderats entschieden werden kann."
Quast fordert zudem, die Weichen für die Zeit nach der Corona-Krise zu stellen: "Um die Bautätigkeit zu beleben, sollten wir von einer Genehmigungs- zu einer Anzeigepflicht kommen. Widerspricht die zuständige Behörde nicht innerhalb einer bestimmten Frist, kann der Betrieb die Arbeit fortführen. So könnten viele Prozesse erheblich beschleunigt werden."