Die Corona-Pandemie führt im Jahresverlauf zu einem deutlichem Umsatzrückgang in der Bauwirtschaft. Foto: Pixabay

Bauwirtschaft

19. May 2020 | Teilen auf:

Baugewerbe erwartet 2020 nun deutlichen Umsatzrückgang

Das Baugewerbe hat seine Umsatzprognose deutlich nach unten korrigiert. "Wir können uns glücklich schätzen, wenn die Bauwirtschaft am Ende des Jahres denselben Umsatz wie 2019 erwirtschaftet hat, was real immer noch einen Rückgang von cirka drei Prozent bedeuten würde. Wenn es schlechter läuft, können es auch nominal minus zwei Prozent beziehungsweise real minus fünf Prozent werden," so die Einschätzung von Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Vor der Corona-Pandemie hatte der Verband in 2020 mit einem Umsatzwachstum von 5,5 Prozent gerechnet (siehe Meldung). Die Corona-Krise zwinge auch die Bauwirtschaft zu einer Neubewertung der Erwartungen. "Aus verschiedenen Umfragen ist erkennbar, dass bereits sehr früh Aufträge in deutlichem Umfang storniert wurden. Im zweiten Halbjahr 2020 wird mit einer weiter nachlassenden Ordertätigkeit gerechnet," so Pakleppa.

Beim Wirtschaftsbau erwartet der ZDB nominal ein Minus von 3,5 Prozent beziehungsweise real von cirka sieben Prozent. Auch die öffentliche Hand leide unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, gleichzeitig seien die Kommunen mit einem Anteil von 60 Prozent der wichtigste Auftraggeber öffentlicher Bauinvestitionen. "Wir unterstützen die Forderung des Städtetags nach einem kommunalen Rettungsschirm, um die Handlungsfähigkeit der Kommune aufrechtzuerhalten," so Pakleppa. "Leider tritt die Wirksamkeit eines solchen Rettungsschirms erst zeitverzögert ein, sodass wir beim öffentlichen Bau von einem nominalen Nullwachstum ausgehen."
Nur für den Wohnungsbau rechnet das Baugewerbe mit einem Umsatzplus (nominal) von nur drei Prozent. Stützend wirke hier laut dem Verband der auch in den letzten Jahren nicht abgebaute Bedarf an Wohnungen. Auf der anderen Seite bremse die Situation am Arbeitsmarkt die Investitionsbereitschaft privater Eigenheimbauer. Angesichts dieser schrumpfenden Nachfrage nach Bauleistungen, sei mit einem erhöhten Preiswettbewerb und damit auch einem nachlassenden Preisauftrieb von nur noch drei Prozent zu rechnen, nach 4,5 Prozent in 2019, so der ZDB.