Der Standort in Waiblingen ist – nach dem Gründungshaus von 1919 sowie einer Verlegung desselben im Jahr 1956 das dritte Domizil der Zentrale und wurde 2010 umfassend modernisiert.
Der Standort in Waiblingen ist – nach dem Gründungshaus von 1919 sowie einer Verlegung desselben im Jahr 1956 das dritte Domizil der Zentrale und wurde 2010 umfassend modernisiert. (Quelle: Konz)

Fachhandel 2020-08-20T22:00:00Z „Wir werden weiter wachsen“

Die inhabergeführten Unternehmensgruppe Konz, die zu den Urgesteinen des Baustoff-Fachhandels im Südwesten der Republik zählt, feiert in diesem Jahr bereits ihr 100-jähriges Bestehen. Doch auf den erreichten Lorbeeren ausruhen, will sich die Geschäftsführung mit Andrea Schöllhammer, die das Unternehmen in fünfter Generation zusammen mit Alexander Eller leitet, nicht. Im Gegenteil: Mit ihrem Amtsantritt in 2016 hat sich die Geschäftsführung Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Beim Besuch der Zentrale in Waiblingen haben wir über die Themen gesprochen, die das Familienunternehmen im Jubiläumsjahr bewegen.

Wir werden weiter wachsen“, heißt es vor diesem Hintergrund daher nach einem kurzen Rückblick auf die Firmenhistorie gleich zu Beginn des Gespräches. Für Andrea Schöllhammer, die die Bereiche Rechnungswesen, Finanzen, Controlling und Personal verantwortet, und Alexander Eller, seit 25 Jahren im Unternehmen und sich für die Bereiche Vertrieb, Marketing, Einkauf und die operative Führung der Tochtergesellschaften verantwortlich zeichnet, ist dabei ein entscheidender Punkt, dass ein Familienunternehmen eine gesunde Größe haben muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Allerdings betonen Schöllhammer und Eller im Gespräch mit der Redaktion, dass das nicht gleichzusetzen sei mit Wachstum um jeden Preis: „Wir wollen gesund wachsen, weil wir mit unserer Größe bereits sehr stabil aufgestellt sind und daher sehr sorgfältig prüfen, was Sinn machen könnte. Zumal sich die Gruppe mit ihren insgesamt fünf Standorten und einem Umsatz von rund 95 Millionen Euro nicht nur externes Wachstum auf die Fahnen schreibt, sondern die Standorte in den letzten Jahren sukzessive modernisiert und dabei ebenso in die Erweiterung der Sortimente investiert haben. Aber wenn Betriebe in unserem Umfeld zum Verkauf stehen und es aus unserer Sicht passt, würden wir zugreifen“, sagt Eller. Auch weil sich so Verwaltungs-, Lager-und Logistikkosten durch eine bessere Verknüpfung der Standorte weiter optimieren ließen, sind sich unsere Gesprächspartner sicher.

Richtig in Szene gesetzt

Mit Blick auf die Sortimente ist das Unternehmen am Hauptsitz in Waiblingen traditionell in Sachen Fliesen sehr gut aufgestellt und die Fliese mit rund 5000 verschiedenen Fliesensorten zugleich bedeutsamster Sortiments-Baustein, was gleich beim Betreten des Standortes ins Auge fällt.

Der Ausstellungsbereich Bauelemente wurde komplett neu gestaltet.
Der Ausstellungsbereich Bauelemente wurde komplett neu gestaltet. (Quelle: Konz)

In den klar strukturierten Ausstellungen sollen die Sinne und Emotionen der Besucher angesprochen werden. Zum besonderen Flair tragen auch gastierende Veranstaltungen wie Kunstausstellungen, Podiumsdiskussionen oder Lesungen bei. „Unser Ziel ist es, bewusst in die Atmosphäre am Standort zu investieren und nicht nur Ware zu zeigen. So schicken unsere Profikunden gerne ihre Kunden in die Ausstellung, die dann von unseren geschulten Mitarbeitern umfassend beraten werden“, weiß Eller zu berichten.

Nicht zu vergessen, und so von der BaustoffMarkt-Redaktion bisher noch nicht gesehen, ist die in die Ausstellung integrierte „Tagesbar“, die zur Mittagszeit eine einfache, aber hochwertige mediterrane Küche anbietet und „sich wunderbar in das Bild, das wir unseren Kunden vermitteln wollen, einbettet“, erklärt Andrea Schöllhammer.

Insgesamt bildet das Unternehmen am Hauptsitz den kompletten Innenausbau ab. Mit einem spezialisierten Angebot an Bodenbelägen, das neben der Fliese auch Vinyl, Parkett, Laminat bis hin zu Naturstein umfasst. Hinzu kommen Bauelemente sowie der Bereich Gartenbau. Das alles wird in Waiblingen seit dem letzten Umbau in 2010 auf 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert und bietet nach Aussage der Verantwortlichen ein Alleinstellungsmerkmal im Stuttgarter Raum.

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Darüber hinaus dient der Standort in Waiblingen auch als Zentrale für die Tochtergesellschaften, die von hier aus mit den Dienstleistungen Buchhaltung, Controlling, Finanzen, EDV, Personal und dem strategischen Einkauf sowie Marketing unterstützt werden.

In diesem Zusammenhang spielt für das Familienunternehmen auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle. „Aktuell führen wir beispielsweise ein neues Lagerverwaltungs-System ein, das die Waren per Scanner dazu bucht sowie auf Flächen nach Drehzahlen und bester Erreichbarkeit anordnet“, erläutert Eller beim Rundgang über das 22.000 Quadratmeter große Betriebsgelände in Waiblingen. „Wir wollen unsere Fehlerquote auf null reduzieren, um für unsere Kunden einen echten Mehrwert zu bieten“, führt Eller aus. Ein weiteres Thema mit dem sich das Unternehmen intensiv beschäftigen, sei der Webshop für Profikunden, ergänzt Eller, ohne zu diesem Zeitpunkt in die Details einsteigen zu wollen oder Termine zu nennen.

Neben den genannten Punkten spielen die Mitarbeiter und damit das Thema Personalentwicklung eine entscheidende Rolle für den Erfolg des schwäbischen Baustoffhändlers. Hier zeichnet sich Andrea Schöllhammer verantwortlich, um das Team von insgesamt rund 260 Mitarbeitern mit verschiedensten Maßnahmen zu fördern, zu fordern und weiterzuentwickeln.

„Dabei achten wir als Familienunternehmen darauf, Grundwerte wie Pünktlichkeit, Entgegenkommen und aufrichtige Erfüllung von Absprachen in unseren Häusern aus Überzeugung zu pflegen. Auch weil wir wissen, dass unsere Mitarbeiter ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal sind und unsere Kunden das vertrauens- und respektvolle Miteinander schätzen“, sagt Schöllhammer.

„Alles aus einer Hand, Konz Baustoffe für Stadt und Land“

Blick in die umfangreiche Ausstellung am Standort in Waiblingen.
Blick in die umfangreiche Ausstellung am Standort in Waiblingen. (Quelle: Konz)

An den vier weiteren Standorten in Baden-Württemberg und Sachsen tritt die Gruppe mit einer breiteren Sortimentsausrichtung an, die alles bietet, was Profis und Heimwerker zum Bauen, Renovieren und Modernisieren benötigen. „Wir hatten früher einmal den Slogan: ‚Alles aus einer Hand, Konz Baustoffe für Stadt und Land‘“, erinnert sich die Geschäftsführung. Dieses Versprechen treffe auch heute noch zu. „Dabei verstehen wir uns in erster Linie als Partner des Handwerks, und wollen unsere Profikunden umfassend bedienen – mit allen Themen, die für diese Zielgruppe wichtig sind“, differenziert Eller und nennt hier das Thema Fortbildung im Handwerk. „Wir laden unsere Kunden regelmäßig zu Schulungen ein, um sie über Produkt-Neuerungen und-Anwendung zu informieren.“

Als Beispiel führt er die in der Ausstellung gezeigten sogenannten „XXL-Fliesen“ mit einer Größe von 1,60 auf 3,20 Metern an. Dieses Material sei schwierig zu verarbeiten. „Deshalb bieten wir unseren Kunden hier entsprechende Schulungen in Umgang und Verarbeitung an. Auch weil wir als Partner unsere Profikunden mit ihren Herausforderungen nicht allein lassen wollen. Und weil wir darauf aufbauend glauben, dass Baustoffe auch in Zukunft - und bei allem Respekt vor den großen digitalen Plattformen unserer Zeit - regional gehandelt werden. Dafür sehen wir uns auch in Zukunft gut aufgestellt“, sagt Eller abschließend.

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zuletzt editiert am 20. Oktober 2020