Eine Gruppe von Menschen steht in einem modernen Raum mit großen Fenstern und Vorhängen.
Die Mitglieder der AG Strukturwandel trafen sich zur Herbstsitzung in Düsseldorf. (Quelle: BDB)

Fachhandel 2024-11-29T09:06:35.772Z AG Strukturwandel diskutiert einfaches Bauen

In dieser Woche haben sich die Mitglieder der AG Strukturwandel des Gesprächskreis Baustoffindustrie – BDB e.V. auf Einladung von James Hardie sowie H+H in Düsseldorf getroffen. 

Auf der Tagesordnung stand unter anderem eine Diskussion mit Prof. Dietmar Walberg von der Arge Kiel zum Thema „einfaches Bauen“. Walberg bemängelte, dass es derzeit kein Bau-Förderangebot für die Mitte der Gesellschaft gebe und dass der Fokus für beim Bauen weg von der Energieeffizienz hin zu den CO2-Emmissionen gehen solle. Der Professor erläuterte, dass Bauen aktuell zu komplex sei und dringend vereinfacht werden müsse, zum Beispiel indem nach Mindest- statt nach Höchststandards gebaut wird. Angesichts der Komplexität seien viele Planende verunsichert aufgrund der zahllosen Möglichkeiten. Für den Baustoff-Fachhandel sieht Walberg daher eine Chance in der Beratung: „Der Baustoffhandel kann eine tragende Rolle spielen, indem er einfache Lösungen aufzeigt.“ Nach Anmerkungen aus der Runde, dass es für den Fachhandel schwierig sei, Planer und Architekten zu erreichen, beschlossen die Anwesenden eine Untergruppe zu gründen, die darüber berät, wie das Thema „einfaches Bauen“ anderen Akteuren sinnvoll vermittelt werden kann.

Matthias Günther, Geschäftsführer des Pestel-Instituts, zeigte in seinem Vortrag die Folgen des zu geringen Wohnungsbaus in Deutschland auf. Dazu gehören steigende Mieten und Über- sowie Unterbelegung in Wohnungen. So würden beispielsweise in Städten mit Wohnungsmangel vermehrt WGs gegründet, und Kinder ziehen später bei ihren Eltern aus, weil sie keine eigene Wohnung finden. Für einen funktionierenden Wohnungsmarkt brauche es immer einen gewissen Prozentsatz leerstehender Wohnungen, damit Mieter Optionen für einen Wohnungswechsel haben. Vor allem in den Ballungsräumen und Metropolen führen mangelnde Alternativen dazu, dass Menschen in ihren Wohnungen bleiben müssen, selbst wenn diese aufgrund sich ändernder Lebenssituationen zu groß oder zu klein sind. Der beim Zensus erfasste Leerstand sei kein sinnvoller Indikator, um den Wohnraumbedarf zu ermitteln, da zum einen die leerstehenden Wohnungen nicht dort zu finden sind, wo Wohnraummangel herrscht, und zum anderen viele Wohnungen bereits so lange leer stehen, dass sie nicht mehr vermietbar sind. Mit Blick auf die Investitionen, die nicht nur in der Baubranche, sondern auch in anderen Bereichen nötig sind, mahnte Günther: „Wir stecken mitten in Verteilungskämpfen, die sich nicht von allein lösen.“

zuletzt editiert am 29. November 2024
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