Die AG Logistik im Gesprächskreis Baustoffindustrie/BDB hat sich am 16. September bei Wego am Standort Kelsterbach getroffen. Die Niederlassung nahe dem Frankfurter Flughafen ist die größte des Baustoffhändlers in Deutschland (wir berichteten ausführlich in Ausgabe 12.2025).
Bereits in der Frühjahrssitzung hatten sich die Logistikexperten zu Handlungsfeldern von Ladehilfsmitteln (LHM) ausgetauscht, anknüpfend daran hielt diesmal die Firma Boomerang Retour aus Bonn einen Impulsvortrag zum Thema. Boomerang organisiert den gesamten Prozess der Palettenrücknahme. Oder um es in den Worten des Unternehmens zu sagen: Geboten wird ein Datengetriebenes Dienstleistungssystem zum effektiven und wirtschaftlichen Mehrwegeinsatz von Paletten in der Baustofflieferkette. Beauftragt wird Boomerang von der Industrie, bislang nutzen 13 Baustofflieferanten das System. Für den Baustoffhandel ist die Abholung der Paletten am Standort kostenlos. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion, welche Vorteile das System Handel und Industrie bietet, und wie das Palettenhandling in der Baustoffbranche generell verbessert werden kann.
Ein weiterer Themenschwerpunkt der Sitzung war die Lieferqualität im Transport. Eine Online-Umfrage unter den Teilnehmern der AG Logistik hatte unter anderem ergeben, dass die Kleinteiligkeit im Versand zunimmt. Diese Einschätzung wurde auch vor Ort geteilt und intensiv darüber diskutiert, wie die Branche damit umgehen sollte.
Ein Highlight der Sitzung war zudem der Rundgang über den Standort inklusive Besichtigung des ersten E-LKW mit Hochkran. Denn Wego hat in dieser Woche den ersten rein elektrischen Hochkran-LKW in Betrieb genommen. Der Baustoffhändler ist damit als Pionier unterwegs, in Deutschland ist dieser Schritt bislang einzigartig, erzählte Alexander von Weinzierl, Bereichsleiter Operations und auch verantwortlich für den Fuhrpark bei Wego Vti. „Es gibt zwar bereits Elektro-LKW mit Absetzkränen und Mitnahmestaplern. An einen batterie-elektrischen Hochkran-LKW hat sich in der Branche aber bisher noch niemand herangetraut. Für uns als Wego Vti ist die Reduktion des CO2 Fußabdrucks bei unserem großen Fuhrpark elementarer Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir setzen auf unseren eigenen Fuhrpark und wollen diesen konsequent nachhaltiger gestalten.“ Der Hochkran hat eine maximale Reichweite von 25 Metern und hebt bis zu 1.200 Kilogramm. Die Nutzlast des eTGS entspricht in etwa der des Verbrenner-Pendants, zum Ausgleich des Batterie-Gewichts darf der E-LKW ein höheres zulässiges Gesamtgewicht aufweisen. Seine Batterie-Kapazität von 350 kwh (brutto) reicht für ungefähr 250 km Strecke. Unterstützt wurde das Projekt durch die Innovationsförderung Hessen, denn „die Kosten für e-Fahrgestelle betragen derzeit noch etwa das 2.5-fache der Kosten für die Verbrenner-Versionen. Hinzu kommen in unserem Fall noch erhebliche Investitionen für die Schnelllade-Infrastruktur“, so Weinzierl.
Die Frühjahrssitzung 2027 findet am 10.März statt, der Ort wird noch bekannt gegeben.
In der Oktober Ausgabe lesen Abonnenten noch mehr über die Sitzung in Kelsterbach.

