Der Absatz von Wärmedämm-Verbundsystemen ist im dritten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,9 Prozent eingebrochen. Damit liegt der Wert wiederholt deutlich über dem schon sehr negativen Trend im ersten (-17,2 Prozent) und zweiten Quartal 2023 (-13,5 Prozent).
Ermittelt hat die Zahlen die B+L Marktdaten im Auftrag des Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM). Die Wissenschaftler sehen der Mitteilung zufolge auch für die restlichen Wochen des laufenden und die ersten Monate des kommenden Jahres keinerlei Entspannung in diesem Markt. Die Absatzmengen der ersten drei Quartale 2023 im Vergleich zu 2022: Q1: 5,625 Millionen Quadratmeter (2022: 6,793). Q2: 9,236 Millionen Quadratmeter (2022: 10,679). Q3: 8,657 Millionen Quadratmeter (2022: 11,223).
Aktuell deute alles darauf hin, dass der schwache Wert des vierten Quartals 2022 von 7,289 Millionen Quadratmeter im Vergleichszeitraum dieses Jahres erneut unterboten wird. Hochgerechnet auf 2023 insgesamt soll das Minus laut B+L bei 18,7 Prozent liegen.
Keine großen Veränderungen gibt es bei den Marktanteilen der in WDVS eingesetzten Dämmstoffe. Die EPS-Menge (einschließlich Sockelplatten) sinkt laut B+L Prognose 2023 von 19,835 Millionen Quadratmeter auf 15,781 Millionen Quadratmeter, das entspricht einem Marktanteil von 54,0 Prozent (2022: 55,1 Prozent). Steinwolle (Platten und Lamellen) kommt in diesem Jahr auf 7,544 Millionen Quadratmeter, nach 9,705 Millionen Quadratmeter im Vorjahr. Der Anteil sinkt auf 25,8 Prozent (2022: 27,0 Prozent). Holzweichfaserplatten liegen bei 4,536 Millionen Quadratmeter, nach 4,789 Millionen Quadratmeter im Vorjahr; dieses Material konnte allerdings den Marktanteil vergrößern von 13,3 Prozent (2022) auf 15,5 Prozent im laufenden Jahr. Bei den weiteren in WDVS eingesetzten Dämmstoffen (PU, Phenol, XPS) gibt es ebenfalls Rückgänge beim Absatz, aber nahezu keine Abweichungen bei den Markanteilen.
Christoph Dorn, Vorstandsvorsitzender des VDPM: „Wir haben einen historischen Absatzeinbruch bei den WDVS-Zahlen zu verzeichnen. Dass dabei erstmalig der Neubau und die energetische Modernisierung gleichzeitig einbrechen, ist besonders alarmierend. Die Ursachen sind – über das ganze Jahr betrachtet – vielfältig: Inflation, hohe Zinsen, Kostensteigerungen beim Material unter anderem durch hohe Energiepreise. Die unsichere und unübersichtliche Fördersituation zählt ebenfalls dazu.“
