Grafik Trockenmörtel Quelle: VDPM
Der Gesamtmarkt für Trockenmörtel erreichte 2020 ein Absatzhoch von 8.526 kt. Quelle: VDPM

Industrie

02. June 2021 | Teilen auf:

Absatz von Trockenmörtel und WDVS 2020 gestiegen

Der Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) hat wieder zusammen mit B+L Marktdaten die Branchenbilanz für Mörtelprodukte und Wärmedämm-Verbundsysteme erstellt. Diese fiel in 2020 positiv aus. VDPM-Hauptgeschäftsführer Dr. Hans-Joachim Riechers zeigt sich vor allem mit dem Trockenmörtel-Ergebnis sehr zufrieden: „Die Absatzentwicklung hat in 2020 alle Erwartungen übertroffen. Im Vergleich zu 2019 konnten die Absätze um 4,5 Prozent gesteigert werden.“ Die steigende Nachfrage schlug sich in allen Produktsegmenten nieder. Einige Bereiche stachen aber nochmal hervor und wiesen deutlich stärkere Entwicklungen auf als der Gesamtmarkt. So profitierte coronabedingt etwa Mörtel für den Garten- und Landschaftsbau im vergangenen Jahr von der Fokussierung auf die eigenen vier Wände beziehungsweise vom Verzicht auf Urlaub. Die Absätze konnten im Jahr 2020 um 9,7 Prozent gesteigert werden. Auch die Absätze im Bereich der Estrichmörtel, die auch schon in den Vorjahren verlässliche Markttreiber waren, sind im Jahr 2020 um 5,6 Prozent gestiegen. Nach eher schwächeren Vorjahren zeigte sich auch der Absatz von Fliesenchemie-Produkten mit +5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr positiv in 2020. Der starke Markt für Bestandsmaßnahmen war laut B+L hier der Haupttreiber.

„Bemerkenswert ist auch, dass sich Außenputze erstmalig seit langer Zeit mit einem Wachstum von 4,9 Prozent stärker entwickelt haben als Innenputze (+ 4,0 Prozent)“, so Dr. Riechers. Grund für diese Trendumkehr war nach den Erkenntnissen des VDPM auch das Erstarken der energetischen Modernisierung. Von diesem Prozess haben auch die Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) profitiert. So konnten die verlegten Flächen um 5,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 gesteigert werden. Auch für das kommende Jahr erwarten VDPM und B+L ein Plus beim WDVS-Absatz.

Für 2021 sei der Ausblick verhalten. Im Neubau werde sich nach Einschätzung von B+L der Nichtwohnbau rückläufig entwickeln. Im Wohnbau dagegen dürfte der Positivtrend der Marktforscher zufolge anhalten. Bestandsmaßnahmen werden auch in diesem Jahr ein wesentlicher Treiber der Absatzentwicklung sein. Die skizzierten Entwicklungen werden sich laut der Marktforscher positiv auf die Absätze von Putzen und Fliesenchemie auswirken. Bei Mauermörteln (Prognose +0,4 Prozent) und Estrichmörteln (Prognose -0,2 Prozent) rechnet B+L aufgrund der geringeren Neubaunachfrage (insbesondere aus dem Nichtwohnbau) mit nur geringen Verschiebungen. Für den Gesamtmarkt Trockenmörtel 2021 rechnen VDPM und B+L aktuell mit einer Absatzsteigerung von +0,9 Prozent über Vorjahr.